LUDWIG-ERHARD-ZENTRUM – HIER WOHNT DIE MARKTWIRTSCHAFT

Jahrzehnte hat der SPD-dominierte Fürther Stadtrat mit dem berühmtesten Sohn der Stadt gefremdelt. Die linksgerichteten Stadträte haben dem Vater des Wirtschaftswunders und früheren Bundeskanzler Ludwig Erhard die Ehrenbürgerwürde wiederholt verweigert und sich von seinem Wirken distanziert. Wohlstand für alle? Nein danke, der Marxismus wäre doch so schön gewesen. Das meinte auch ein kleines Häuflein von Demonstranten am Eröffnungstag mit dem Transparent „Kein Tempel für den Kapitalismus“.“

Dank dem unermüdlichen Einsatz der Initiatorin Evi Kurz – ganz große Anerkennung – konnte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 18. Mai 2018 das Ludwig-Erhard-Zentrum LEZ eröffnen. Es besteht aus dem Geburtshaus Erhards und dem neu erbauten Museum mit dem Dokumentationszentrum. Motiviert zu dem langjährigen Einsatz für den Bau des 18-Millionen-Projekts hat Evi Kurz unter anderem eine Straßen-Umfrage unter Jugendlichen. „Wer war Ludwig Erhard?“ Eine der Antworten: „Ein Mitglied der RAF“.

Ein Selbstläufer war die Einführung der „Sozialen Marktwirtschaft“ nie. Aus Protest, dass nicht der Sozialismus zur westdeutschen Staatsreligion wurde, rief der Deutsche Gewerkschaftsbund am 12.11.1948 den einzigen Generalstreik in der Bundesgeschichte aus. Die Grande Dame der Nachkriegspublizistik Marion Gräfin Dönhoff (DIE ZEIT) schrieb: „Wenn Deutschland nicht schon eh ruiniert wäre, dieser Mann (…) würde das ganz gewiss fertig bringen. Gott schütze uns davor, dass der einmal Wirtschaftsminister in Deutschland wird.“ Gut, dass es anders gekommen ist. Dem Westteil unseres Landes blieb der Weg durch Entbehrungen, Stasi und Schießbefehl erspart. Erhard setzte seinen Kurs unbeirrt durch.

Sein Leitgedanke: „Alle sollen die Chance erhalten, sich eigenen Wohlstand zu erarbeiten“. Erhard begriff die Soziale Marktwirtschaft nie als Ideologie. Bundespräsident Steinmeier: „Das zeichnet sie aus! Sie ist aufs Ausbalancieren angelegt. Sozialpartnerschaft, dazu der fortdauernde Wettstreit der Ideen, wie diese Balance am besten funktionieren kann, wie wirtschaftliche Vernunft und sozialer Ausgleich unter ständig sich wandelnden Bedingungen auszutarieren sind – das ist ein Wesensmerkmal unserer Gesellschaft geworden, ein Markenzeichen unseres Landes, ja ein Vorbild für viele in der Welt“. Steinmeier weiter: „Erhard wäre stolz auf sein Museum und seine Fürther – darauf, dass sie ihm eben keine goldene Statue, sondern einen Ort für Aufklärung und Dialog gewidmet haben.“ Auf nach Fürth!

Günter Morsbach Bild: BR Studio Franken/Ferdinand Seiter

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