Frau Merkels Abgang, AfD und die Gebrüder Grimm

Pegidafan

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AfD-Geschichten aus 1001 Nacht.

Rechtsanwalt Dr. Maximilian Krah aus Dresden ist auch Vorstandsvorsitzender der AfD Sachsen. Er hat in Dresden, London und New York studiert – ein feiner Mann, müsste man  meinen. Weit gefehlt, denn Krah hat sich in einer Kolumne mit der Kriminalität in Chemnitz befasst und geschrieben „…es im laufenden Jahr 2018 nicht nur 60 Vergewaltigungen in Chemnitz gäbe, sondern dass diese auch noch alle ausschließlich von „Migranten“ verübt worden wären“. Dazu äußerte sich die Polizei in Sachsen: „Diese Zahlen stimmen nicht! Nach dem derzeitigen Stand gab es in Chemnitz im Zeitraum vom 01.01. – 31.07.18 insgesamt 14 Vergewaltigungen, davon wurden 12 Tatverdächtige ermittelt, drei von ihnen waren nichtdeutscher Herkunft.“  Krah dazu: „Ich nehme zur Kenntnis, dass ich in meinem letzten Kommentar im Deutschland-Kurier eine ungenaue Zahl der Vergewaltigungen in Chemnitz verwendet habe“.

Lieber Herr Rechtsanwalt Krah, das ist doch ein ziemlich lässiger Umgang mit Fakten, haben Sie Rechtspflege nicht besser in den internationalen Hörsälen gelernt? Und wenigstens hätten Sie gegenüber den verleumdeten Flüchtlingen mal Reue zeigen können. Denn wer ihre AfD-Märchen glaubt, kauft sich ein Hut in den deutschen Farben und läuft bei Pegida mit.

 

Frau Merkel

Ja, man muss die Rücktritts-Ankündigung der Kanzlerin anerkennen. Sie hat immer davon gesprochen, dass sie Ihren Rückzug selbst bestimmen möchte. War aber der letzte Moment. Interessant, dass verschiedene Politiker und Medien beginnen, den Kandidaten Friedrich Merz schon jetzt demontieren. Als Wirtschaftsanwalt sei er ein Mann der Banken. Frage: Unsere beiden Großbanken, die Deutsche und die Commerzbank sind im Wachkoma und auf dem Weltmarkt im Sinkflug. Man muss kein Bankenfan sein, um die Alarmsignale für Exporteure und Bankkunden zu beachten. Es würde doch nichts schaden, wenn gerade im Sinne der Steuerzahler, ein Finanzexperte in die Spitzenpolitik ginge. Dann heißt es, er hätte im Aufsichtsrat von Finanzinstituten gesessen, die mit Cum-ex Geschäften Steuerschlupflöcher genutzt hätten. Kann sein, aber erst muss man doch mal fragen, wer diese Schlupflöcher geschaffen hat und warum sie bis heute nicht geschlossen wurden. Dann, ganz klar, muss Herr Merz sich zu seinem Verhältnis zu Cum-ex Praktiken erklären. Aber eine Hetzjagd, bevor irgend etwas auf dem Tisch liegt, das ist schon sehr dubios. Die Tatsache, dass Friedrich Merz nie von der Politik finanziell abhängig war – das ist doch ein großer Pluspunkt!

Wer sich intensiv mit der Politik beschäftigt, kann nicht an den Plan der Kanzlerin glauben, nach dem Dezember-Parteitag der CDU noch bis 2021 die Bundesregierung zu führen. In der Zeit liegen noch die Landtagswahlen in Bremen, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und nicht zu vergessen, die Europawahl im Mai 2019. Ein selbstbewusster CDU-Parteichef wird dann schon an den Wahlergebnissen gemessen, nicht mehr die Kanzlerin. Das kann nicht gut gehen. Entweder der/die Neue ist zu lasch oder echt kampfbereit. Stillhalten bedeutet  Abflug. Mit einem/einer neuen CDU-Vorsitzenden sollte auch ein neuer Kanzler/Kanzlerin mit einem Jamaika-Bündnis kraftvoll Deutschland auf neuen Kurs bringen. Noch nie war ein Umbruch nötiger!

 

Günter Morsbach

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