Von Wassermännern und Dampfplauderern

Foto Wasser

Was haben die Amerikaner da nur für einen Präsidenten gewählt? Einen Dauerlügner und  Mann mit düsterer Vergangenheit. Es gab vor einigen Tagen eine Dokumentation über seine Geschäftsbesuche in Moskau vor der Präsidentschaft. Geschäfte mit russischen Mafiabanden, Verstrickungen in die organisierte Kriminalität und enge Kontakte in das Rotlichtmilieu. Wir erinnern uns noch an den US-Wahlkampf, als er über seine Gegenkandidatin Hillary Clinton Tausende in Sprechchöre einstimmte „Lock her up – sperrt sie ein!“ Und jetzt, in Moskau sein Spruch vor der Weltpresse, dass der Ex-KGB-Agent Wladimir Putin wohl glaubhafter sei als die amerikanischen Geheimdienste. Keine Frage, Putin hat Trump in der Hand und das bedeutet nichts Gutes. Die gemeinsame Pressekonferenz hat es gezeigt. Trump, der gegen die NATO-Verbündeten genüsslich stänkert und auf dicke Hose macht, war kleinlaut und gehemmt. Der Krieg in der Ukraine, die Eroberung der Krim, die Nowitschok-Toten und Verletzen auf britischem Territorium, der Abschuss eines Ferienflugzeugs, die bombardierten Krankenhäuser und Kinderkliniken in Syrien – nicht der Rede wert. Putin ist für Trump nicht der Täter mit den blutigen Händen, sondern der Mann, mit dem er befreundet sein möchte. Es war schon interessant anzusehen, wie Putin eiskalt und zynisch den sich verheddernden Trump bemitleidete.

Trump ist erfolglos. Die Treffen mit Kim Jong Un, Putin oder den NATO-Staatschefs haben Verunsicherung und Verwirrung gestiftet, während sich China in aller Stille zur führenden Weltmacht entwickelt. Der Fall Harley-Davidson zeigt offen, was Trumps Strafzölle bewirken können, dort wird die Produktion von den USA teilweise nach Mexico und Thailand verlagert. Dabei war es doch Trumps Ziel der Schutz der amerikanischen Arbeitsplätze. Trump wird die USA verändern, in der Denke und dem Hang zur Isolation. Aber er ist als Präsident ein Versager, der nur sich selbst kennt. So langsam glaube ich leider daran, dass wir noch 6 Jahre mit dieser dubiosen Persönlichkeit umgehen müssen.

Im Windschatten der Trumpshow hat die EU mit Japan das größte Freihandelsabkommen geschlossen. JEFTA ist eine bedeutende diplomatische Leistung, fast alle Zölle sollen wegfallen. Aber bei uns gibt es wie bei allen Freihandelsabkommen schon wieder die übliche Kritik. Aufhänger ist die angebliche Wasser-Privatisierung bei uns, da in Japan Wasserwerke von privaten Gesellschaften betrieben werden. Was für eine kranke Fantasie! Niemand kann in Deutschland Wasserwerke enteignen, nur weil es den Vertrag gibt. Als überzeugter Marktwirtschaftler sage ich:

Keine Wasserversorgungs-Privatisierungen!

Warum? Die Wasserversorgung hat eine jeweils regionale Struktur mit Monopolcharakter. Eine Privatisierung bringt keinen Wettbewerb und schafft keine marktwirtschaftlichen Konkurrenzkämpfe.  Wir Deutschen lieben unser Wasser, da brauchen wir keine anonymen Investoren.

Günter Morsbach

Foto: (c) picture-alliance/dpa

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s