Deutsches Stimmungsbarometer: FOCUS gegen SPIEGEL

Spiegeltitel 27Vor zwei Wochen titelte DER SPIEGEL: „Es war einmal ein starkes Land“. Auf über einem Dutzend Seiten wird die beschämende Niederlage unserer Fußballmillionäre bei der Weltmeisterschaft in Russland mit dem Regierungskonflikt Seehofer/Merkel vermischt und ein Abgesang auf Deutschland konstruiert, Fußball-Politik-Wirtschaft.

Dann mal schön der Reihe nach. Im Fußball hat das Duo Löw/Bierhoff nach den langweiligen und schon verkorksten Vorbereitungsspielen weder die Einsicht noch die Kraft gehabt, eine Wende herbei zu führen. Junge, schnelle Spieler wurden nach Gutsherrenart kaltgestellt oder nach Hause geschickt. Die langsameren, die Erdoganfans und die Platzhirschen wurden in die erste Reihe gestellt und brachten kein einzig gutes Spiel seit Mitte 2017 mehr auf die Beine. Im Mannschaftsquartier wurde bis weit nach Mitternacht auf den Handys gedaddelt, bis irgendwann von irgendwem das W-Lan abgeschaltet wurde. Löw und Bierhoff hatten nicht einmal mehr die Kraft zum Rücktritt. DFB-Präsident Grindel drückte sich davor, einen Neuanfang mit unbelastetem Personal durchzusetzen. Man wartete ab, wie sich Löw entscheiden würde, tolle Führung!

Und dann zur Politik: Ein eitler Wirrkopf stürzte die Bundesregierung in eine tiefe Krise, demontierte die Autorität der Bundeskanzlerin um dann NICHTS zu erreichen. Von 60 Übergängen an der bayerisch-österreichischen Grenze werden seit 2015 die wichtigsten 3 kontrolliert. Täglich sollen etwa 5 Ausländer mit einem Asylantrag aus einem anderen europäischen Land aufgegriffen werden. Und wegen dieser 5 Hanseln hätte er fast eine Regierung gestürzt? Eine Rücktrittsankündigung ist für einen Amtsträger die schärfste Waffe. Die hat Seehofer gezogen und verloren. Das wirkt nur einmal. Prognose: nach den bayerischen Wahlen werden Söder und Dobrindt den Minister und Parteichef Seehofer als Sündenbock entsorgen und sich dann mit sich selbst beschäftigen. Warum DER SPIEGEL   die Wirtschaft in seinen Negativgesang einbezieht ist nicht begründbar.

Anders dann die letzte Ausgabe des FOCUS. Chefredakteur Robert Schneider erklärt in seinem Editorial „Cool Germany“ seine 60 Gründe, warum unser Land Spitze ist. Alle 60 Punkte kann ich hier nicht zitieren aber dabei sind: Humanität, Pressefreiheit, Umweltschutz, Sicherheit, die friedliche Wiedervereinigung, kostenlose Universitätsbildung, 3000 Brotsorten, bestes Leitungswasser, 5000 Biersorten nach dem Reinheitsgebot, Erfindung der Gummibärchen, weltbeste Autos – einfach cool!

Da stehe ich dem FOCUS doch näher als dem SPIEGEL!

 

Ihr
Günter Morsbach

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