Der durchgeknallte „Kanzler-Macher“ und das „Fußball-Weichei“

Seehofer & Merkel

Hat Seehofer schon in jungen Jahren versucht, Donald Trump zu imitieren?

Es ist schon erstaunlich, wie ein ehemaliger bayerischer Provinzfürst ganz Europa in Atem halten kann. Dann trumpft er noch auf dem Höhepunkt der von ihm verursachten Regierungskrise mit dem Satz auf „Ich lasse mich doch nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist.“ Größenwahn, verwirrt oder nur das falsche geraucht?

Als Seehofer am letzten Sonntag abends an die Medien weitergab, dass er seine beiden Ämter (Innenminister und CSU-Vorsitzender) niederlegen wird, haben viele CSU-Würdenträger die Sektkorken knallen lassen. Einer sagte mir „Endlich sind wir ihn losgeworden“. Dann, viele Stunden später – typisch für Seehofer – „es sei denn, dass….“

Ich hatte vorsichtshalber noch keine Flasche geöffnet, denn in Bayern kennen wir ihn ja. Er hat lange vor der letzten Bayernwahl bekanntgegeben, dass er nicht noch einmal als Ministerpräsident antreten wird. Innerhalb einer Intrige gegen seinen heutigen Nachfolger Markus Söder ist er dann doch als Spitzenkandidat in den Ring gestiegen. Und nun die üble Farce mit der Rücktrittsdrohung als Minister. Aber auch nach dem Rücktritt vom Rücktritt wird es mit ihm als wandelnder politischer Bombe weitergehen. Seine tiefe Feindschaft zu Angela Merkel wird immer wieder zu knackigen Konflikten führen. Er will sie bei seinem Fall in den Abgrund mitziehen. Frau Merkel ist schon gestraft mit Kontrahenten: Erdogan, Putin, Trump und dem Horst. Was Seehofer wahrscheinlich am meisten zusetzt: Angela Merkel ist nicht provozierbar und bewegt sich mit ihrer kühlen Art auf einem anderen politischen Niveau. Während der Fehde haben etliche Amtsträger der CSU Horst Seehofer spüren lassen, dass der Rückhalt aus den eigenen Reihen gewaltig schrumpft, man ist des Troublemakers überdrüssig. In der Sache selbst mag er ja richtig liegen, aber man ist an einer Spaltung der CSU und der Union wegen seiner Intrigen und Machtspielchen nicht mehr interessiert. Es gibt bekanntlich auch andere Wege zum Ziel.

In Bayern werden sich viele Wähler von der CSU abwenden, weil sie sich zu einer Werbeagentur für die AfD entwickelt. Ministerpräsident Söder hat die Chance verpasst, als Staatsmann aufzutreten und sich von dem Intrigenstadel zu distanzieren. Da hatte ich mir mehr versprochen.

Dann mal zu einem anderen Fall von Pseudo-Rücktritt. Nachdem blamablen WM-Aus für die deutsche Fußballmannschaft habe ich gehofft, dass Jogi Löw das Handtuch wirft. Er hätte das üble Foul von Ösil und Gündogan mit dem Anhimmeln des Obertürken Erdogan nicht durchgehen lassen dürfen. Sofortiger Herauswurf wäre konsequent gewesen. Jetzt erst wird bekannt, dass Löw mit dem gleichen persönlichen Berater arbeitet wie die beiden Spieler. Harun Arslan und dessen Ziehsohn Erkut Sögüt haben das mit der Erdoganshow wohl eingefädelt und Löw zur Tolerierung geraten. Einige Spieler haben jetzt auch zugegeben, dass zwischen den jungen Spielern und den etablierten Löw-Schützlingen Konflikte bestehen. Das mit den Beratern und dem  Generationenkonflikt kann kein Weg in die Zukunft sein.

Meine Vision: Seehofer und Löw sollten in die Muppetshow umziehen!

Ihr
Günter Morsbach

Bild © Mopo

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