PARADOX – „das darf doch nicht wahr sein“

Der Duden definiert „Paradox“ mit „widersprüchlich“, „widersinnig“ oder „absurd“. Hier ein praktisches Beispiel: Die Deutsche Bank. Ein paar Zahlen dazu:

Jahr                            Verlust                                     Boni/Erfolgsprämien

2015                          -6,8 Mrd.                                   2,4 Mrd.

2016                          -1,4 Mrd.                                   0,5 Mrd.

2017                          -0,7 Mrd.                                   2,3 Mrd.

Escher

Boni sind Belohnungen für erfolgreiches Wirken. Kann eigentlich noch jemand erklären, wieso die Manager Milliarden von Boni für ihre Heldentaten bekamen? Die Vergütung für die Aktionäre wurde übrigens von 19 Eurocent auf 11 Cent pro Aktie gekürzt.

Und was sagte der gerade entlassene Chef John Cryan bei seinem damaligen Amtsantritt? „Die Bezahlung unserer Mitarbeiter wird sich konsequent am Geschäftserfolg unserer Bank orientieren“. Ist der Mann ein Zyniker oder ein Witzbold? Und wozu braucht man einen Aufsichtsrat? Um 1900 sagte der Berliner Banker Carl Fürstenberg: „Als erstes im Bankgeschäft lernt man den Respekt vor Nullen“. Und Frank Pöpsel, Chefredakteur von FOCUS-MONEY: „Wie sieht heutzutage eine Bankbilanz aus?“ „Ganz einfach: On the left side there is nothing right and on the right side there is nothing left“.

Zu einem anderen Thema: Arbeitsmarkt paradox

In Talkrunden und in den Medien wird immer das Bild vom gepeinigten Arbeitnehmer, der mit kaputtem Rücken und kurz vor dem Wahnsinn in den sogenannten Ruhestand geschickt wird. Berüchtigstes Beispiel ist der oft zitierte Dachdecker, der sich schon mit 50 krumm und bucklig „geschuftet“ haben soll. Das mag es auch mal geben, gilt aber nur für eine kleine Minderheit. In der Praxis sind immer mehr Senioren auch nach dem Renteneintritt freiwillig berufstätig. Im Jahr 2016 sind 1,42 Millionen Rentner und Rentnerinnen einem Erwerb nachgegangen. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren das nur 539.000 Leute. Interessant ist, dass nur 2.677 Rentner eine gesetzlich angebotene Übergangslösung, die sogenannte Teilzeitrente, angenommen haben. Offensichtlich will man sich die Flexibilität nach eigenem Gusto erhalten. Fazit: Der mündige Bürger vertraut immer weniger auf Regelungen, die von den sogenannten Renten-Experten erdacht werden, er will selbst seine individuelle Lösung gestalten. Größtes Hindernis dabei sind die Steuern und Abgaben. Und genau hier ist die Politik gefragt!

Günter Morsbach                                             Bild: © M. C. Escher

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