UNTERNEHMER STÖSST KARL MARX VOM SOCKEL

Foto MarxdenkmalDas war seit langem mal wieder eine „Anne Will“ Sendung nach meinem Geschmack. Mit Gästen, die hart in der Sache, aber niveauvoll im Ton, miteinander umgingen. Das lag in erster Linie an der Diskussionseröffnung durch Georg Kofler. Der 61-jährige Südtiroler, Sohn eines Holzfällers und einer Fabrikarbeiterin ist den meisten Menschen als früherer Chef von ProSieben und Premiere bekannt. Inzwischen hat er sehr erfolgreich mehrere Unternehmen bei seiner Investmentfirma im Portefeuille.

Gleich zu Beginn der Talkrunde fragte Anne Will: „Hat Karl Marx wirklich ein Denkmal verdient?“ Kofler: „Natürlich nicht, seine Vorstellungen von einer Wirtschaftsordnung waren der größte Flop der Weltwirtschaftsgeschichte. Seine Ideen haben stets zu totalitären Systemen geführt wie etwa in der Sowjetunion. Dazu hat die Vergesellschaftung der Produktionsmittel (die nach Marx dem Volk und damit niemandem gehören) alle sozialistisch geführten Länder ausnahmslos in den Ruin getrieben“.

Sahra Wagenknecht, die Bling-Bling-Frontfrau der LINKEN, staunte „Ich bin beeindruckt, wofür Marx alles verantwortlich sein soll. Man muss Marx nach dem beurteilen, was er geschrieben hat.“ Marx würde für alles mögliche verantwortlich gemacht, was in seinem Namen geschehen sei, so Wagenknecht, „Wenn das ein Grundprinzip wäre, dürfte in keiner Kirche mehr ein Jesus Christus hängen“. Ein gewagter Vergleich. Aber nicht ganz abwegig. Die brutale Christianisierung in Südamerika mit Schwertern und Pistolen durch die katholischen Eroberer aus Europa ist mit den blutigen Revolutionen und kriegerischen Machtergreifungen in Russland, China, Südostasien und Südamerika durchaus vergleichbar.

China hat Trier, der Geburtsstadt von Karl Marx, ein 5 Meter hohes Denkmal geschenkt. Aber hat Marx ein Denkmal verdient? 100 bis 150 Millionen Menschen sind durch Kriege, Bürgerkriege und sogenannte Säuberungsaktionen im Namen der Marx’schen Ideologie gestorben. Dann scheiterte der Marxismus kläglich. Ausgerechnet von China ein Denkmal? Das Land huldigt Marx, aber pflegt den Turbokapitalismus, den Marx angeprangert hat. Lasst uns mal gnädig sein. Auf einem kleinen Trierer Platz wird die Statue ein Besuchermagnet sein und richtig Touristengeld nach Trier bringen. Im Trierer Hinterhof können sich dann Antikapitalismus und Kapital versöhnen.

Karl Marx hat die richtigen Fragen gestellt, die richtigen Antworten aber gab Ludwig Erhard. Ihr

Günter Morsbach

Foto (c) dailysabah.de

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