Tötet Gomringer!

Ein Kunstwerk in Berlin wird übertüncht und flieht nach Rehau

Kennen Sie Eugen Gomringer? Wahrscheinlich weniger, aber er ist ein bedeutender Künstler, der Schweizerische Bolivianer. Der Dichter erzählte in den Fünfzigern von einer Szene auf den Ramblas in Barcelona und benötigte dazu 20 Buchstaben.
2011 wurde es als Wandbeschriftung an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin angebracht. Wie cool!

Irgendwann nun hat ein kluger Mensch den Text aus dem Spanischen ins Deutsche übersetzt. Das lautet dann so:
Alleen /
Alleen und Blumen /
Blumen /
Blumen und Frauen /
Alleen /
Alleen und Frauen /
Alleen und Blumen und Frauen /
und ein Bewunderer.

Ein Frauen-Bewunderer? Das darf doch gleich gar nicht sein! Frauen bewundern geht doch überhaupt nicht! Bewundern ist die Vorstufe des Begrapschens und Begrapschen die Vorstufe der Vergewaltigung. So sahen es die feministischen Kämpferinnen im Studentenparlament und im Asta der Uni. Sie setzten durch, dass das Kunstwerk vernichtet und geschlechtsneutral ersetzt werden müsse. Das Kunstmuseum in Rehau, der oberfränkischen Heimat des 93 Jahre alten Dichters, hat entschieden, das Werk dort anzubringen. Nun wird die Wand in Berlin erst mal weiß übermalt. Das trotz des Protests von Monika Grütters, Kulturstaatsministerin. Ihr Kommentar: „Ein erschreckender Akt von Kulturbarbarei“. Das Vorgehen der modernen Sufragetten erinnert tatsächlich an den Umgang mit Kunst im Dritten Reich. Gedicht-Übermalen statt Bücherverbrennung. Und nachgefragt: „Wie heißt denn das Fach in dem man Dummheit & Intoleranz studieren kann?

Ein neues Gedicht wird noch gesucht. Unser Vorschlag: „Watte hatte Du denn da?“ von Stefan Raab. Nein, geht auch nicht, denn damit könnte ja ein Busen gemeint sein.

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