Was so alles im Januar 2018 passierte

Das Politik-Talent

Viele konnten das Duell Martin Schulz gegen Kevin Kühnert beim SPD-Parteitag mit verfolgen. Schulz hat trotz aller Nervosität eine leidenschaftliche und gute Rede gehalten. Das haben nicht alle Medien so gesehen, aber ich empfand sie so. Sein Gegenpart Kevin Kühnert (27) ist seit seinem 15. Lebensjahr SPD-Mitglied und seit zwei Monaten Vorsitzender der Jusos. Die SPD-Jugendorganisation stand in den vergangenen Jahren ein bisschen im Schatten der Mutterpartei, wer kann sich schon an den Namen seines Vorgängers oder der Vorgängerin noch erinnern? Lassen wir mal gerade weg, ob er mit der generellen Ablehnung der GoKo richtig oder falsch liegt, er hat eine 44%-Ablehnung zu Koalitionsverhandlungen mit der Union organisiert. Man kann den 1,60-Metermann sympathisch oder unsympathisch finden, Respekt sollte man vor ihm haben. Mediensicher, kämpferisch und knallhart ist sein Auftreten. Er wird in der Partei eine große Zukunft haben und um einen so talentierten Nachwuchs wird die SPD von manchen Parteien beneidet werden. Wie gesagt: wir reden über das Talent Kühnert, nicht das Thema GroKo.

Sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen

Dieses Thema wird seitens der SPD zu einem Riesenballon hochstilisiert. Hört sich auch ganz furchtbar an. Wie viele es davon wirklich gibt, weiß keiner, denn Arbeitsverträge unterliegen ja keiner inhaltlichen Meldepflicht. Aber 2/3 aller sachgrundlos befristeten Verträge sind im Öffentlichen Dienst abgeschlossen worden. Da beschimpfen sich also die Parteipolitiker selbst. Das verbleibende 1/3 stammt aus der Privatwirtschaft und ist rückläufig. Saisonarbeitsverträge z.B. in dem Tourismusgeschäft oder bei einmaligen Sonderaufträgen wird auch kein Politiker in Dauerbeschäftigungen umwandeln können. Sonst würde das harte Kündigungsschutzgesetz greifen, ist also unbezahlbar. Es wird um ein sinnloses Symbol gestritten.

Wir trauern um Monsieur Paul

Über 40 Jahre lang wurden dem Restaurant von Paul Bocuse in Lyon die begehrten drei Sterne verliehen, ein in der Branche einsamer Rekord. Bocuse gilt als Vater der „Nouvelle Cuisine“, einer Kochkultur, die sich weltweit verbreitete. Raffinierte Kombinationen von frischen Zutaten in – wie Loriot sagte – übersichtlichen Portionen und in zahlreichen Gängen serviert, waren sein Markenkern. Sein berühmtestes Gericht war die legendäre schwarze Trüffelsuppe, versiegelt mit einer Haube aus Blätterteig. Er widmete die Suppe dem französischen Staatspräsidenten Valerie Giscard d’Estaing, der ihm den Orden der französischen Ehrenlegion verlieh. Als erster ignorierte Bocuse bei der Zeremonie die Bekleidungsvorschriften und erschien mit dem Hinweis, dass Uniformen gestattet seien, in seinem weißen Küchengewand mit Kochmütze.


Bocuse war auch ein Mann mit Geschäftssinn, er gründete erfolgreiche Restaurants, Boutiquen, Brasserien und Kochschulen rund um den Erdball. Er war auch im Privatleben hoch kreativ. Bocuse bekannte sich öffentlich zur Bigamie. Als er nun im Alter von 91 Jahren verstarb, hinterließ er drei Lebensgefährtinnen, jede mit einer eigenen Wohnung. Seine Freunde und Mitarbeiter nannten ihn „Monsieur Paul“. Wir verabschieden uns hochachtungsvoll von Paul Bocuse mit dem Spruch: „Drei Bypässe, drei Frauen und drei Sterne“, danke Monsieur Paul!

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