Wenn Priester einen trinken gehen

Junggesellenabschiede laufen oft aus dem Ruder. Deswegen reagieren Pubs in Großbritannien oft unangenehm, wenn kostümierte Gruppen die Kneipe betreten. So auch in Cardiff. Ein junger Gottesdiener feierte die Erhebung in den Priesterstand mit Kollegen, alle im Priestergewand. Sie verließen die Cardiff Metropolitan Cathedral und schnell erreichte die siebenköpfige Feiertruppe das „The City Arms“. Sie wollten den Herrn mit einigen Bierchen huldigen. Das Barpersonal war sofort alarmiert und verwies die angeblich „angetrunkenen Kostümierten“ des Hauses. „Keine Gnade mit verkleideten Säufern“, so die Hausregel. Da halfen auch die aufklärenden Worte von Neupriester Peter McClaren nichts. Als die Gottesmänner zur Tür eskortiert wurden, schaltete sich der Chef des Hauses ein. Er klärte die Identität der Durstigen auf und lud sie zum Freibier als Entschuldigung ein. Angeblich soll es noch ein fröhlicher Abend geworden sein. God save the Pub!

Gefühltes zum Neuen Jahr

Zukunftsangst gegen persönliche Zufriedenheit, Kinderarmut gegen Verschwendung, marode Schulen gegen milliardenschwere Steuervermeidung, öffentliche Verschwendung gegen Bildungsmangel, all das geht den Deutschen durch den Kopf. Der einzelne Bürger mag sich, wie etwa 80% der Bevölkerung, in einer gewissen Zufriedenheit wiegen, gelassen schaut er noch lange nicht in die Zukunft. Mit Pessimismus, blickt man auf die Computerisierung und Roboterisierung der Arbeitsplätze. Da nützt es auch nichts, wenn der eigene Arbeitsplatz (noch) nicht betroffen ist. Treiber der Pessimismuskultur sind vielfach die Medien, deren Schlagzeilen von der Untergangsstimmung geprägt sind. Auch die Gutgläubigen werden eines Tages nach den Früchten des Weltwirtschaftswachstums rufen, wenn dem eigenen Sparbuch die Luft ausgeht. Der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly beobachtet bei vielen Menschen eine „Verunsicherung, Missbehagen und Verlustängste sowie eine Sehnsucht nach Einfachheit, Überschaubarkeit und Kontrolle“. Ein Rezept hat uns der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt hinterlassen. „Wo immer wir der Angst begegnen, da müssen wir sie ernst nehmen. Sie kann eingebildet oder eingeredet sein. Wir müssen sie verstehen und sie entkräften; oder wir müssen Abhilfe schaffen.“ Was für ein überzeugenter Gedanke.

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