Wirbelstürme in der Weltpolitik

Und wie sich der Wind gerade dreht

Irgendwie gewöhnt man sich daran. Die USA haben einen Präsidenten, der so gar nicht in unsere Weltbild passt. Vielleicht auch nicht in das von etwa 50% der Amerikaner. Hier muss man aber vorsichtig sein. Freunde, die öfter in den USA sind, erzählen von ihrem Erstaunen, wie viele positive Meinungen es zu Donald Trump gibt. In Europa ist er als Wirrkopf abgestempelt, manchen gilt er als kurzlebiges Schreckgespenst. Einfach aussitzen ist keine Strategie, er verändert die Vereinigten Staaten grundlegend. Nicht durch irgendwelche Wohltaten, er korrigiert die Denkweise seiner Bürger. „America first“ bedeutet „Die Welt kann uns den Buckel runter rutschen, wir machen nur, was uns direkt nützt“. Langfristige Strategien sind nicht sein Ding. Weder die ausgestreckte Hand des iranischen Präsidenten Rohani noch die zögerlichen Botschaften von Nordkoreas Kim Jong Un sind für ihn greifbare Signale, beide fallen einfach durch sein Freund-Feind Raster.

Nordkoreas Diktator führt ein Schreckensregime, da gibt es nichts zu beschönigen. Libyens früherer Staatschef Ghaddafi hat sein Atomprogramm abgebrochen und mit dem Westen einen Kooperationsvertrag geschlossen. Das hat ihm nichts genützt. Amerikanische, britische und französische Jagdbomber haben ihn und sein Regime zur Strecke gebracht. Die Ukraine hat nach der Staatsgründung ihre Atomwaffen abgeliefert und dafür eine Garantie ihrer Staatsgrenzen unter anderem von den Russen erhalten. Was hat es genützt? Putin hat in einem Eroberungsfeldzug die Ostukraine in einen blutigen Krieg gestürzt und Russland die Halbinsel Krim einverleibt. Die Schlussfolgerung Kims ist verständlicherweise, seine Atomwaffen niemals abzugeben und sie als Pfand für das Überleben seines Regimes zu behalten. Kims Ziel ist es, in den Klub der Atommächte aufgenommen zu werden und auf Augenhöhe mit den anderen am Tisch zu sitzen. Wie Trump gilt er bei uns als Karikatur. Aber der Mann ist in der Schweiz aufgewachsen und erzogen worden, er kennt unsere Lebensart und unsere Denke. Für sein Volk ist die Isolation eine Bürde, ihn kann man aber nicht ignorieren.

Deutlich erkennbar ist für uns das mehr und mehr deutliche Buhlen von Tayyip Recep Erdogan um eine Aussöhnung mit seinen Nazis. Die Türkei kann auf absehbare Zeit kein EU-Mitglied werden, aber ein abgleiten in Richtung Moskau ist auch keine Alternative. Erdogan müssen wir aussitzen, zum Land und seinen Bürgern müssen wir wir einen guten Kontakt halten.

Zurück zu Trump. Es gibt eine Publikation „Die 1.400 Lügen des Donald Trump“. Es ist schon sehr merkwürdig, dass sich dieser Präsident ein solches Image leisten kann. Für seine Anhänger ist das Teil der Bewunderung. Asterix würde sagen: „Die spinnen, die Amis“.

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