Die große Raupe Nimmersatt

Ein paar Millionen eingesackt, na und?

Kennen Sie noch das Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“? Kleinkinder lassen sich die Geschichte gerne vorlesen. Die niedliche Raupe frisst sich durch viele Blätter, wird immer größer und auf dem letzten Blatt verwandelt sie sich in einen schönen, bunten Schmetterling.

Ein Betriebsratsvorsitzender soll die Interessen der Arbeitnehmer in Betrieben vertreten. Im merkwürdigen Unternehmen Volkswagen ist vieles anders. Über das Land Niedersachsen ist der Staat daran beteiligt und agiert dort nach dem Motto „Arbeitsplatzerhalt vor Zukunftsstrategie“. Es ist ein reines Wunder, dass das Unternehmen sich bisher gut halten konnte. Das ist weniger dem Staat zu verdanken als der tüchtigen Familie Piech-Porsche. Und Betriebsratschef Osterloh soll ja auch was davon haben, nämlich 750.000 Euro jährlich. Ex-Vorstandschef Winterkorn, in dessen Amtszeit der betrügerische Dieselskandal fällt, wurde mit 16 Mio. Gehalt + Abfindung belohnt. Toll gemacht und von Osterloh abgenickt! 4,5 Millionen bekam der Ex-Lufthansa-Vorstand Winkelmann dafür, dass er Air Berlin in die Pleite managte und dann in die Arme der Lufthansa trieb. Auch super! 220 Mio. bezahlte der Fußballclub Saint Germain Paris für die Abwerbung und den Vertragsbruch von Superstar Neymar. „Salvator mundi“, also „Retter der Welt“ nannte Leonardo da Vinci sein Gemälde. Es wurde gerade für 400 Millionen Dollar versteigert.

Fragen wir uns eigentlich noch, was die Rentnerin, die alleinerziehende gestresste Mutter oder der aussortierte Mann mit unter 1.000 Euro monatlich über den kranken Millionenzirkus denkt? „Wohlstand für alle“ heißt das Buch von Ludwig Erhard, schon vergessen?

Warum schreiben wir das, hat doch die Politik damit nichts zu tun. Wer zu viel Geld hat, kann damit doch machen, was er will. Solange es legal ist. Weil es wohl nicht legal war, was die Drogeriemarkt-Schleckers zu Lasten ihrer Beschäftigten und Lieferanten vor dem Konkurs beiseite geschafft haben, standen sie vor Gericht. Firmenpatriarch und Clanchef Anton bekam einen Seniorenbonus in Form einer Bewährungsstrafe. Seine Kinder Meike und Lars wandern für jeweils knapp drei Jahre hinter Gitter. Der Alte soll drei Millionen unterschlagen haben und die Kinder sieben Millionen. An Baustellen hängen Schilder „Eltern haften für ihre Kinder“. Bei Schlecker haften die Kinder für ihre Eltern. Das nennt man wohl den neuen Generationenvertrag!

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