Brüssel, Berlin, Würselen

Eine kleine Stadt wird zum Nabel Deutschlands

„Mit meiner Erfahrung als Bürgermeister von Würselen …“, so oder so ähnlich beginnt Martin Schulz seine Wahlreden. Und dann: „Wenn man 11 Jahre Bürgermeister in einer Stadt mit 40.000 Einwohnern war, dann weiß man, was beim Arbeitsamt, bei der Polizei, beim Jugend- und Sozialamt, in den Schulen und Altersheimen, bei den Mittelständlern und kleinen Ladenbesitzern, im Sportclub, der lokalen Kulturszene und bei der Feuerwehr los ist“. Das erzählt Schulz wörtlich, um seine Kompetenz anzupreisen. Grund genug, mal in Würselen nachzusehen.

Die SPD-Fraktion in Würselen schlägt ihn als neuen Bürgermeister vor, am 31. März 1987 wir er mangels Gegenkandidaten vom Rat der Stadt gewählt. In seiner Antrittsrede weist er darauf hin, wie schwer das Amt sei und dass er sich dessen bewusst sei. Seine große Stunde schlägt, als Schüler in seinem Ort eine Demo gegen den Golfkrieg veranstalten. Daraufhin setzt er sich an die Spitze der Bewegung und verfasst ein knallhartes Fax an den damaligen Bundeskanzler Kohl:

Der Rat der Stadt Würselen fordert die Bundesregierung auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um den Krieg am Golf zu verhindern. Die Bundesregierung soll ihre gesamte Kraft darauf richten, die beteiligten Kriegsparteien, vor allem den Irak und die USA, vom Einsatz von Waffen und Soldaten abzubringen“.

In seinen Memoiren schreibt der damalige Präsident Bush nicht, wie ihn der Protest aus Würselen beeindruckt hat. Dann kam die große Herausforderung für Bürgermeister Schulz. Ein Spaßbad sollte in Würselen gebaut werden, allen Fehlschlägen in anderen Gemeinden zum Trotz. Schulz setzte die Investition durch. Als er 1998 nach Brüssel entschwand war das „Aquana“ gebaut, vom Stadtrat auf sein Betreiben mit 19 zu 15 Stimmen beschlossen. Kurz gesagt, seiner Stadt Würselen hinterließ Schulz einen Millionenbetrag an Schulden, was letztendlich der Gemeinde die Finanzhoheit kostete. Sie wurde sozusagen unter Kuratel gestellt.

Lang her, warum heute darüber reden? Weil Schulz selbst hochlobend über seine tolle Zeit als Bürgermeister redet, basta!

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