Der G20 Wanderzirkus

Lassen Sie uns mal mit etwas positivem anfangen. Es ist ganz wichtig, dass sich die 20 Staats- und Regierungschefs der Welt persönlich treffen und 2 Tage lang gemeinsame, aber auch Vieraugen-Gespräche führen können. Die vielen Brennpunkte rund um den Globus wie Korea, Katar, Syrien, Türkei, Klimavertrag, Afrika und die Flüchtlinge schreien nach solch einem Treffen. So gut das für die Welt auch sein mag, es ist auch der größte Politevent für die militanten Demonstranten-Horden.

20.000 Polizisten, die ihr Leben einsetzen müssen, sind in Hamburg zusammen gezogen. Ein Kriegsschiff liegt im Hamburger Hafen, um Staatschefs im Bordlazarett zu behandeln oder zu evakuieren. 200 Schutz- und Sprengstoffhunde unterstützen die Polizei. 140 Staatsanwälte werden Tag und Nacht Dienst haben, um Täter festzusetzen und abzuurteilen. Drohnen überfliegen das gefährdete Areal und ein Drive-in-Gefängnis wird vor Ort sein. Das alles dient der Sicherheit der Staatsgäste, der Journalisten, aber auch der Normalbürger vor einer mörderischen Verbrechertruppe, für die ein Menschenleben kein Wertgegenstand ist. Auf 5000 bis 8000 gewaltbereite und teils bewaffnete Kämpfer schätzt der Hamburger Polizeichef diese internationale Bande potentieller Totschläger, unter die sich auch Terroristen mischen können.

Nebenbei gesagt, um das Treffen der Staatschefs hat sich nicht nur Angela Merkel beworben, sondern auch Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), obwohl beiden das Risiko voll bewusst war. Die Erwartung an einzelne positiver Ergebnisse der Gespräche war den Politikern und ihren Parteien mehr wert als das Risiko, ein Gipfel könnte in Gewalt ersticken.

Susanne Schmidt, Tochter von Ex-Kanzler Helmut Schmidt erinnert sich an dessen Erzählungen von früheren Gipfeltreffen „Das waren kleine, intime Treffen, man konnte offen miteinander reden, sich auf Diskretion verlassen, keiner twitterte unterm Tisch“. Das ist vorbei. Machen die Mammut-Begegnungen überhaupt noch Sinn? „Besser als nichts“ ist die Allerweltsantwort. Aber wie wäre es mal mit Grönland, wo man gleichzeitig abbrechende Eisberge begutachten könnte? Nur so ’ne Idee …

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