Leitkultur oder Streitkultur?

Das von den Kommunisten der DDR gesprengte Berliner Stadtschloss befindet sich derzeit im Wiederaufbau, getreu nach dem historischen Vorbild. Jahrzehnte wurde darüber diskutiert, eine Finanzierung einschließlich privater Beteiligung eingesammelt und letztendlich der Start für das Bauprojekt gegeben. Das steht nun entgegen Berliner Gepflogenheiten vor der Vollendung. Zuviel des Friedens und der Planungssicherheit, im Endspurt muss doch noch etwas schief gehen.

Das frühere Stadtschloss hatte auf der Kuppel ein goldenes Kreuz, das auch Teil der Bau-Ausschreibung war. Linke und Grüne, beteiligt an der SPD-geführten Stadtregierung, legten nun Widerspruch ein. Das Argument: Das neue Stadtschloss beherberge das Humboldt Forum, eine weltoffene Gesellschaft. Deshalb dürfe ein Glaubenssymbol nicht auf der Spitze des Gebäudes prangen. Gaga, denn Deutschland ist nun mal mit dem Christentum und der christlichen Kultur in Europa engstens verbunden. Diese Identität zu leugnen wäre eine Verbeugung vor dem sowjetisch geprägten Atheismus und eine Schwäche gegenüber dem islamistischen Fundamentalismus. Den rotgrünen Altlinken sollten wir kraftvoll die gelb-rote Karte zeigen. Zu den Greueln der Nazizeit bekennen wir uns selbstverständlich, aber unsere christliche europäische Geschichte hat uns länger geprägt als die 12 Hitlerjahre. Geschichtsleugnung, liebe Genossen – nein danke!

Dazu passt nur allzu gut, dass Islamverbände sich negativ zur neuen deutschen Leitkulturdebatte geäußert haben. „Brauchen wir nicht!“ Klar, wäre auch peinlich, wenn die sich diesem Thema stellen müssten.

Aus dem deutschen Alltag

2015 wurden Mitglieder eines türkisch-kurdischen Clans auf frischer Tat bei einem Tankstellenüberfall verhaftet und dem Gericht in Hameln vorgeführt. Ein 26-jähriges Bandenmitglied stürzte beim Fluchtversuch aus dem siebten Stock ab und landete schwerst verletzt vor den Augen seiner Familie auf den Pflastersteinen. Die 50-jährige Mutter hetzt die Anwesenden mit der Anschuldigung auf, die Polizei hätte ihn aus dem Fenster geworfen. Der etwa 30 Mitglieder starke Clan begann zu randalieren und verletzte 24 Polizisten und 6 Unbeteiligte mit Pflastersteinwürfen. Der spätere Tod des mutmaßlichen Räubers wurde nun in Hannover juristisch behandelt. Der Richter biederte sich mitfühlend bei der Familie an „Wir wissen, welche Tragik das für Ihre Familie bedeutet“. Dabei war die Mutter die hoch aggressive Antreiberin der Kampftruppe gewesen. Sie beschimpfte die Polizisten als „Hurensöhne, Nazis, Schweine und Hitlersöhne“. Und „Ich zünde euch alle an“. Weiter „Hameln, die Richterin und das Krankenhaus (in dem der Sohn seinen Verletzungen aus dem Absturz erlag) sollten brennen“. Die meisten Clanmitglieder waren schon vorbestraft, ebenso der Verstorbene. Der 50-jährigen Mutter wurden 12 Straftaten vorgeworfen. Das Verfahren endete mit Bewährungsstrafen für die angeklagten Clanmitglieder. Bewährung – für was? Der Clan feierte anschließend seinen „Sieg“. Wäre der Clan nicht viel besser in Erdogans Türkei aufgehoben?

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