Warum Oskar Lafontaine und Ehefrau Sahra Wagenknecht ausgedient haben

Ein krudes Weltbild aus vergangenen Jahrzehnten prägt die Lafontaines

Nein, die SPD wird sich nicht offen zu einer Koalition mit der Partei DIE LINKE bekennen. Die ewig gestrigen der Bundespolitik sind als Partei und als Koalitionspartner nicht mehrheitsfähig, sondern eher abschreckend. Dies hat der sozial gerechte Martin Schulz nach der Saarwahl erkennen müssen. In einem Artikel, den Oskar Lafontaine für die WELT AM SONNTAG schrieb, hat er seine politischen Eckpunkte nochmal trotzig wiederholt. Wir haben uns seine Leitgedanken mal genauer angeschaut.

Kapitalismuskritik: Er sieht unser Wirtschaftssystem als den Ursprung allen Übels. Kein Wort, dass sich die Welt in den Nachkriegsjahren ganz gewaltig positiv entwickelt hat. Wie konnte aus einem armen Land wie China eine Wohlstandsgesellschaft werden und in die Spitze der Welt-Wirtschaftsmächte aufrücken? Wie hat die ganze Welt (ausgenommen brutale und korrupte Regime) mit marktwirtschaftlichen Reformen so gewaltige Fortschritte im Kampf gegen Hunger und Armut machen können? Warum hat der Einzug der Marktwirtschaft in den postkommunistischen Ländern ein besseres Leben als im Sozialismus gebracht? Alles Quatsch, meinen die Lafontaines, alles nur USA-Propaganda!

Agenda 2010: Teufelszeug, hat keine Besserung gebracht. Rentenkürzungen, das geht gar nicht! Aber wer soll das bezahlen? Die Nachfolgegeneration oder immer, wenn es klemmt, die Besserverdienenden? Lohndumping und Sklavenhaltung per Leiharbeit und Zeitverträgen? Die beiden haben noch nie einen Familienbetrieb von innen gesehen, der mit Chinesen konkurrieren muss oder Preisverhandlungen mit Lidl oder Aldi führt. Die Schutzpatrone der unteren Lohngruppen leben auf einem anderen Stern.

Kriegsgefahr: Nicht Putin ist ein Problem für den Frieden, nein, die USA-hörige Nato schürt Konflikte und muss aufgelöst werden. Klar, keine Militärapparate sind Engel, aber der Unterdrücker Putin als neuer Bündnispartner? Seine Clique von dubiosen Milliardären soll über unsere Zukunft mitbestimmen? Ist das Putin-Unterdrückungssystem eine Option für uns? Ist die Blutspur Tschetschenien, Ukraine und Syrienl nur ein kleiner, verzeihlicher Ausrutscher?

Bei solch abstrusen Thesen stehen Wählern und auch den Aufrechten bei SPD und GRÜNEN die (teilweise vorhandenen) Haare zu Berge. Martin Schulz hat sich von den LINKEN nach der Saarwahl vorsichtig distanziert und (ungefragt) FDP mit GRÜNEN zu seinen bevorzugten Partnern erklärt, Verstehen kann man das, aber ist der SPD-Verzicht auf DIE LINKE im Ernstfall, dem Tag nach der Wahl, noch glaubwürdig? Oder heißt es dann „Das Herz schlägt links“.

3 Gedanken zu “Warum Oskar Lafontaine und Ehefrau Sahra Wagenknecht ausgedient haben

  1. Diese seite ist purer Populismus, aber ich will hier gerne meine eigenen Erfahrungen, die faktisch erwiesen sind, dem Geschwafel des berittenen Boten gegenüber stellen.

    Die Agenda 2010 hat z.B. dafür gesorgt, dass aktuell Facharbeiter wesentlich weniger verdienen als vor der Jahrtausendwende. Die ‚Besserverdienenden‘ sollen es gegenüber den unteren Einkommensschichten nicht richten, die Reichen sollen das.
    Ein Umlagefinanziertes Rentensystem ist das einzige, was wirklich funktioniert, die Riester und Rürup Aktionen haben nur der Versicherungswirtschaft Gewinne spendiert, dem Rentner wird das dann auf seine Rente aufaddiert. Diese ‚Verbesserungen‘ durch die Agenda 2010 führten zu (angeblicher) geringerer Arbeitslosigkeit. Aber zu welchen Preis?
    Prekäre Beschäftigungen mit Leiharbeitsfirmen, Lohndumping, wir haben eine Zweiklassen Krankenversicherung und ich schufte mich auf Altersarmut hin, falls ich die Rente überhaupt erreiche, da ich ja bis 70 – sollte die GroKo noch einmal die Interessen der arbeitenden Bevölkerung auch in der nächsten Legislaturperiode völlig ignorieren.
    Soziale Gerechtigkeit sieht so aus:

    Rente: Alle zahlen in einen Topf. Angestellte, Arbeiter, Politiker, Unternehmer. Alle. Gerne auch in meinem Fall ein paar Euro mehr, aber die Rente muss zum Leben reichen!

    Krankenversicherung: Es gibt nur die gesetzliche Krankenversicherung, in die jeder einzahlen muss.

    Leiharbeitsfirmen braucht kein Mensch. Sollte wirklich nur vorübergehend Bedarf bestehen, kann auch ein befristeter Vertrag abgeschlossen werden. Alles andere ist Lohndumping.

    Es ist mir unbegreiflich, wie ein für sein Geld tatsächlich arbeitender Mensch etwas anderes bei der nächsten Bundestagswahl 2017 wählen kann, als die Linke.
    Mir ist bewusst, dass der deutsche Michel wohl Angst vor Veränderungen hat. Wir rasen auf den Abgrund zu: Lohndumping, befristete und prekäre Arbeitsverhältnisse, Arbeitszwang bis ins Greisenalter, Altersarmut.
    Aber bei den Linken weiß man nicht, was wird.
    Also lieber den Abgrund und die jungen Unternehmerfamilien (die ja mit den Chinesen konkurrieren) durch Lohnverzicht beim Kurs halten unterstützen.
    (Wie hat es dann Deutschland geschafft Exportweltmeister zu werden? Warum importieren wir so gut wie nichts? Warum hält 1% der Bevölkerung mehr als 90% des Vermögens?)

    Darum bin ich keineswegs der Meinung, dass Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine ausgedient haben. Gebt ihnen eine Chance und wir werden ja sehen, was passiert.

    • Nur ein paar Worte dazu:
      1. Wie die linke Ideologie in der Praxis scheitert, kann man in dem von Sahra Wagenknecht hoch gelobten Regierung Venezuelas sehen. Der Sozialismus soll doch den Menschen helfen, in Venezuela lässt der Sozialismus die Leute verhungern. Und: wer leere Läden fotografiert, macht sich strafbar.
      2. Rente: Priorität muss immer haben, dass jeder Mensch erst einmal für sich durch Sparpläne zusätzlich vorsorgt. Das ist keine Zumutung, sondern gesunder Menschenverstand.
      3. Krankenversicherung: Der Wettbewerb gibt dem Verbraucher die Macht der Wahl. Ein Versicherungsmonopol ist keine Lösung. .
      Reitender Bote

      • 1. Wir wollen doch bitte nicht irgendwelche Länder mit Deutschland vergleichen.
        Es ist richtig, dass der Sozialismus, so er denn nun wahrhaftig in einer demokratischen Form in
        Erscheinung tritt, im Grundsatz alle Bürger eines Landes gleich stellen sollte.Infolge dessen gibt kein
        Privateigentum, das die Lebensdauer eines Individuums übersteigt.
        Ich glaube hingegen kaum, dass el Presidente das Anliegen hat, sein Volk verhungern zu lassen.
        Man bedenke: wer kein Volk mehr hat, hat auch nichts zu regieren.
        2. Ihnen scheint noch nicht aufgegangen zu sein, dass sehr viele hart arbeitende Menschen nicht die
        Möglichkeit besitzen etwas anzusparen. Prekäre Beschäftigung, Leiharbeit, Lohndumping und Tarifflucht
        sind sind inzwischen gern angewandte Techniken, um den Arbeiter bei der Stange zu halten.
        Und von eben diesen Menschen zu verlangen in eine Riester-
        Rente einzuzahlen, bei der das ‚Ersparte‘ letztendlich dann einfach von der Rente abgezogen wird,
        fördert nicht gerade meinen Eindruck, dass Sie eine objektive Betrachtungsweise an den Tag legen.
        3. Nur weil eine Versicherung gesetzlich ist, ist sie kein Monopol.
        Ich erkläre mal schnell den Unterschied:
        Monopol: es gibt nur eine, sonst keine.
        Was wir hier an gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland haben, sollte für jeden genügen.
        Die Existenz von private Krankenversicherungen, die die gesetzlichen KVs ersetzen, und eine bessere
        Versorgung nur für diejenigen ermöglichen, die sich das auch leisten können, ist absurd und gehört
        abgeschafft.
        Wer der Meinung ist, sich noch besser absichern zu müssen, kann ja noch Zusatzversicherungen
        abschließen. Das ist dann Wahlfreiheit, in Kombination von einem sozialen Gefüge, in dem alle ihren
        Teil dazu beitragen.
        Das Gesundheitssystem an sich krankt ohnehin, da man hier auch wieder marktwirtschaftliche Prinzipien
        anlegt, es muss immer etwas dabei herausspringen:
        Gewinn beim täglichen Konsum des Einzelnen, bei Krankheit und bei Tod. Immer verdient jemand.
        4. In die Rentenkasse hat jeder einzuzahlen! Insbesondere Besserverdienende und Unternehmer,
        Privatiers. Das genau zeichnet Solidarität aus. Gemeinsam füreinander da sein.

        Aber solche Gedanken, passen nicht in die Religion der freien Marktwirtschaft, incl. Finanzdienstleistung. Um zu verstehen, dass das System nicht funktionieren kann, braucht man kein Mathematiker zu sein, ein grundsätzliches Verständnis für Exponentialfunktionen reicht völlig aus, dass es:
        a) Kein immerwährendes Wachstum gibt
        b) Sich Geld nicht durch Rammeln in der Bank auf wundersame Weise vermehrt, es wird einfach von der Bank ‚geschöpft‘. Mit anderen Worten sie verleiht Geld, dass sie nicht hat. Dafür gibt’s aber mehr zurück, als sie überwiesen hat.

        Es freut mich sehr, dass Sie sich bereit erklären, mit mir zu diesen Themen zu diskutieren. Ich erwarte mit Spannung Ihre Antwort.

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