Fragezeichen zum Wahlkampf ???

DIE GRÜNEN: Die eher brave Katrin Göring-Eckardt und der redselige Cem Özdemir haben ein Mitgliedermandat für einen eher gemäßigten Linkskurs erhalten. Trotzdem werden Koalitionsperspektiven mit der Union einschließlich Seehofer mühsam werden. Vielleicht werden die Liberalen noch zusätzlich gebraucht. Die Basis der Grünen wird dabei kräftig mitreden und die altbekannten Flügelkämpfe befeuern.

Die LINKE: Sind geschlossener als die Grünen, trotz unterschwelliger Richtungsdiskussionen. Die lockenden Dienstlimousinen bei Rot-Rot-Grün dürften für Zweifler motivierend wirken.

parteienlandschaft

AfD: wird ein leichtes Spiel mit ihren „Merkel muss weg“-Parolen haben, nur Machtkämpfe können den Einzug in den Bundestag verhindern.

FDP: Gut ins Rennen gestartet.Christian Lindner und sein Kurs sind unumstritten. Sie werden es zurück in die Bundespolitik schaffen.

SPD: Schulz steigt gerne und kraftvoll in den Ring. Mit was? Seine erste Äußerung „Ich stehe für soziale Gerechtigkeit“ spricht Bände. Diese Allerwelts- und Garnichts-Phrase könnten 99% aller Bundesbürger von sich geben, ohne dass es jemanden interessiert. Seine Umfrageergebnisse geben der SPD Rückenwind, ist aber eher der Reiz des Neuen. Ob er in eine Rot-Rot-Grün-Koalition passt, weiß keiner.

CDU: Im Wahlkampf wird Frau Merkel ein paar zusätzliche Punkte machen. Bei den Wahlen im Saarland sehen Wahlforscher die Union als klaren Sieger, in NRW kann die schwache und erfolglose Regierung von Frau Kraft ins Wanken kommen, In Schleswig-Holstein könnte die FDP mit Wolfgang Kubicki auf 10% kommen und ein kraftvolles Wort mitreden. Ein Unionssieg dort mit der FDP zusammen wäre Kraftfutter für die Union zur Bundestagswahl.

CSU: Ist derzeit der absolute Schwachpunkt im Parteienspektrum. Seehofer hat sich so in seine Obergrenze verrannt, dass sich viele Wähler letztendlich von ihm abwenden könnten. Durch diese blödsinnige Obergrenze könnten die Wähler dem gesundheitlich angeschlagenen Seehofer die rote Karte zeigen. Seine Drohung, wegen der sinnlosen und für die Wähler uninteressanten Obergrenze lieber in die Opposition zu gehen (ziemlich irre, oder?), gibt es für bisherige CSU-Wähler eher die Motivation, eine andere Partei zu wählen. Kommt der Zusammenstoß mit der CDU, könnten bis zur Hälfte der bisherigen Wähler künftig zu einer Bayern-CDU abwandern. Frau Merkel wird niemals der Obergrenze zustimmen, sie will sich einen klugen Ermessensspielraum im Notfall nicht nehmen lassen. Also entweder einigt man sich auf eine nichtssagende Formel (z.B. Sollten mehr als 200.000 Asylsuchende pro Jahr nach D kommen, wird ein gemeinsamer Maßnahmenkatalog beraten oder so). Sollte es nach der Wahl Konsequenzen geben, dann heißt es nicht „Merkel muss weg“, sondern wahrscheinlicher „Seehofer muss weg“.

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