Der Zahn der Zeit

Berufsbezeichnungen gestern und heute

Ja, das waren noch Zeiten, als man den Hausmeister rief und dieses Allroundtalent Wasserhähne, Steckdosen und Sicherungskästen reparierte. Aus die Maus, heute wird man von Facility-Managern betreut. Das sind Organisationstalente, die wiederum Handwerker beauftragen. Jetzt geht alles meist langsamer, teurer und jedes Mal kommt ein anderer Kerl. Nebenbei, Frauen sind dabei trotz aller Gleichstellungsbürokratie noch immer eine Rarität. Aber der Beruf hat einen spannenden neuen Namen.

Eine andere Nummer sind Automechatroniker, das mit dem früheren Mechaniker läuft nicht mehr. Da die Autos mit Elektronik vollgestopft sind, versteht jeder, dass da ein anderes Berufsbild nötig ist. Passt also.

Ganz anders ist es mit den auf Phantasien aufgebauten Umbenennungen. Beispiele gewünscht? War nix mehr mit dem Friseurladen, man benennt sich nun in Hair-Design um. Die Bäckerei von nebenan hat die Nachfolgegeneration in Backboutique umbenannt. Aber vorgestern in Köln begegneten wir dem absoluten Hammer: eine Pommes-Bude heißt jetzt „Frittenwerk“. Mahlzeit!

Abgezockt und abgehakt

Dieser Tage war der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin zu Gast in der Talkshow von Markus Lanz. Gut gebräunt und aufgeräumt saß er mit einem Gläschen Wein in der Hand absolut locker in der Runde. Die Frage des Moderators, wie er denn das Flughafendesaster Berlins heute sähe, lächelte er weg. Die Verantwortung trügen ja jetzt andere. Kein großes Bedauern, schon gar keine Entschuldigung. Immerhin hat ja er es als Aufsichtsratsvorsitzender zu verantworten, dass man keine spezialisierte Firma mit der Gesamtsteuerung des Projekts beauftragt hat (vordergründig um zu sparen) und das in eigener Regie bewältigen wollte. Was für eine gigantische Selbstüberschätzung. Das Ergebnis: Berlin hat seit 5 Jahren immer noch keinen Großflughafen, aber der Steuerzahler ein paar verschleuderte Milliarden weniger!

ber-flughafen
Es passt dazu: die Krise der Deutsche Bank. Diejenigen, die das Desaster zu verantworten haben, genießen Ihre üppigen und sinnlos „verdienten“ Boni während ihrer Amtszeit. Wir finden: Die Herrschaften wie Wowereit und die Deutsche Bank-Vorstände empfinden das alles nur als ein Spiel, sich zu schämen und für Schaden gerade zu stehen geht gar nicht, oder?

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