Selbstmord als Trend-Event

Public Suicide

Die Zeiten sind vorbei, in denen Selbstmorde weitgehend Privatsache im stillen Kämmerlein waren. Egal, ob islamische Psychopathen, vereinsamte Schüler oder politische Extremisten, es muss die große Bühne sein. Zum Abschied genießt der Selbstmörder sicher noch gerne den Traum, tagelang Star der Medien zu sein. Seine Chats, besuchte Internetseiten und aufgezeichnete düstere Gedanken, all das wird aufgearbeitet im Sinne einer Rekonstruktion. Seine letzten Worte müssen mediengerecht „Allahu Akbar“ sein statt eines schlichten „Grüß Gott“. Wie wäre es denn, mal angedacht, die Medien würden nur eine schlichte Meldung über die Opfer bringen und den Täter mit Verachtung strafen? Dann wäre der Täter nicht mehr der Hero sondern das, was er wirklich in den meisten Fällen ist: ein krankes, armes Würstchen.

suizid

Der Islam ist nicht schuld

Man kann es nicht mehr hören, es erklingt nach jedem Attentat der Spruch: Der Islam ist eine friedliebende Religion und kann nichts dafür. Wirklich nicht? Kein Vereinsvorsitzender, kein Imam ist noch vor die Kameras getreten und hat die Koranpassagen „Tötet die Ungläubigen“ oder die Mär von den 72 Jungfrauen zum absoluten Unsinn erklärt. Die meist selbst ernannten Islamvertreter sind nicht zum Klartext bereit, also spart euch die doofen Sprüche!

Die Dorfkirche als Ziel

Bei dem Attentat auf die Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvrai sind alle Risikokalkulationen hinfällig geworden. Der Ort in der Normandie hat nur 30.000 Einwohner. Schon so wird klar, dass es keinen Schutz vor Verrückten und Fanatikern gibt. Da muss man auch die Ankündigung von mehr Polizeipräsenz relativieren. Alle Schulen, Kirchen, Fest- und Versammlungsorte sind nicht schützbar. Wir müssen mit einem zusätzlichen Lebensrisiko umgehen können. In Nürnberg hat Oberbürgermeister Ulrich Maly ein Klassik-Openair-Konzert abgesagt, teils aus Pietät mit München, teils aus Terrorangst. Er wird sich das gut überlegt und die Entscheidung sorgfältig abgewogen haben. Nur wenn wir Attentätern die Gestaltung unseres Vergnügungskalenders überlassen, haben sie einen Teilsieg über unsere freie Lebensweise errungen. Wollen wir das?

Was tun?

„Mehr Polizisten“ ist angesichts der neuen Gefahrenlage schon richtig. Ob Polizeipräsenz aber die radikalisierten oder übergeschnappten Täter abschrecken, sei mal dahin gestellt. Schon alleine die Überwachung polizeibekannter Gefährder wird mehr Polizei benötigen. Was aber machen die finanziell kranken Bundesländer, die sich mehr Polizei nicht leisten können? Werden sie dann zum beliebten Rückzugsort von Tätercliquen? Landesvater Seehofer will jetzt schneller Abschieben. OK, aber hat nicht gerade ein von der Abschiebung nach Bulgarien bedrohter noch schnell die Tat durchgeführt? Noch ein Gedanke: Fast alle Attentäter (außer dem Mädchen in Hannover) der letzten Zeit waren gestörte Männer. Warum? Ein Psychiater erklärt das damit, dass Frauen sich eher Hilfe holen und sich bei psychischen Problemen leichter helfen lassen. Wird wohl stimmen.

Die Münchner Polizei

Super Lob: In kürzester Zeit hat man nach dem Terroralarm 2.300 Polizeikräfte zusammengezogen. Darunter die GSG9, Spezialisten aus Österreich und Baden-Württemberg. Großes Lob auch für die Kommunikation. Polizeipräsident Hubertus Andrä und Sprecher Marcus de Gloria Martins haben sachlich, beruhigend und glasklar über die Ereignisse berichtet und den Menschen Ängste genommen, Im Vergleich zu den Verantwortlichen beim Kölner Silvester ein Klassen-Unterschied. Ein ganz großes DANKESCHÖN!

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