Schluss mit dem Boni-Quatsch!

Oder sollen Manager für katastrophale Fehlentscheidungen belohnt werden?

Ein Bonus, das hat man fast schon vergessen, ist eine Anerkennung besonderer Leistungen und Ergebnisse. Das Wort ist von Bono, also gut, abgeleitet. Ins Gerede kam diese Vergütung durch die Wallstreetbanker und deren Gefolgsleute auf der Welt, als bekannt wurde, wie sich die Herren (es waren wirklich kaum Frauen darunter) in der Finanzkrise bereichert hatten. Um so schlimmere Papiere sie verkauften, um so höher drückten die Boni die Einkommen nach oben. Lug, Betrug, Kriminalität wurde gefördert und honoriert. Was für eine Welt!
Es ist allgemein bekannt, dass inzwischen nahezu alle Topmanager Boniregelungen in ihren Verträgen haben. Boni sind ein Statussymbol geworden und absolut hip! Boni werden fast immer an dotterweiche Ziele geknüpft, die verhältnismäßig leicht erreicht werden können. Letztendlich bekommt man Boni auch für schlechte Leistungen, was für ein Widersinn. An dieser Stelle muss man natürlich aufpassen, dass man nicht denen auf die Füße tritt, die noch ehrliche Belohnungen beziehen, gebunden an transparente Ziele. Bei vielen Konzernen besteht heute der Verdacht, dass die Boni ein verdeckter und verschämter Gehaltsbestandteil ohne echten Leistungsbezug sind. Da teilweise Vorstandsgehälter offen ausgewiesen werden müssen, verschwinden, Boni in einer Position wie „Sonstiges“. Der einzig wirklich messbare Grund für Boni ist der Gewinn, er gilt ja auch für die Aktionäre.

volkswagen
Nehmen wir mal den Fall VOLKSWAGEN, weil er so schön bekannt geworden ist und zeigt, was bei anderen Konzernen eher im Verborgenen bleibt. Im Rahmen seiner Sanierungsmaßnahmen hat Matthias Müller seine Vorstandskollegen aufgefordert, auf Boni zu verzichten. Warum sollen sie auch Boni bekommen? Man hat Käufer betrogen, Behörden getäuscht und die Mitarbeiter durch Jobgefährdung verunsichert. Die Aktionäre, die dem Vorstand glaubten und ihre Ersparnisse VW anvertrauten, wurden mit einem Kursrutsch und dem Eingriff in die Dividendenerträge bestraft. Und dafür wollen Vorstände Boni? Gehaltskürzungen wären eher angesagt, egal ob der eine oder andere aktiv am Betrug beteiligt war oder nur weggesehen hat. Es gibt nämlich auch eine Gesamthaftung, „einer für alle und alle für einen!“ Mit freundlichen Grüßen nach Wolfsburg!

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