Der Parteienspiegel

Alle zurück auf Los

Kurz vor Landtagswahlen über Parteien zu schreiben, ist riskant. Man kennt zwar die Prognosen, aber oft weichen die Ergebnisse doch ab. Trotzdem, wir wagen es, denn hinterher können alle klüger sein. Wir fangen mal bei den Kleinen an.

FDP: Ja, die Wähler, ganz besonders deren harter liberaler Kern vermissen sie. Westerwelle und Rösler, das war doch ein gewaltiger Glaubwürdigkeits-Schaden. Aber Christian Lindner macht einen guten Job, er hat kluge Personalentscheidungen bei den Spitzenkandidaten der Landtagswahlen getroffen und hat alle Aussichten, bei den kommenden Wahlen ein Comeback der FDP zu feiern.

AfD: Wir befürchten, dass sich wegen der langen Dauer der Integration eine entsprechend lange Periode von AfD-Siegen abzeichnet.

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LINKE: In Westdeutschland wohl auf Sicht chancenlos, im Osten fest etabliert und mit pragmatischen Spitzenkandidaten wie Herrn Ramelow in Thüringen momentan nicht von der politischen Szene wegzudiskutieren. Leidtragender: Die Sozialdemokratie.

GRÜNE; Durch den erfolgreich regierenden Ministerpräsidenten Kretschmann in Baden-Württemberg hat sich die Partei gewandelt. Ziemlich links ist out und volksnaher grüngefärbter Pragmatismus liegt vorne. Die Grünen sind heute ein wahrscheinlicher und kalkulierbarer CDU-Partner.

SPD: Ist und bleibt erst einmal ein Problemfall. Mit einem von den Delegierten gedemütigten Parteichef Sigmar Gabriel ist die Bedeutung geschwächt. Die Anhängerschaft findet sich zu großen Teilen bei der CDU, den GRÜNEN und den LINKEN ganz gut aufgehoben. Eine Rückkehr zum alten Arbeitermilieu gibt es durch den Strukturwandel nicht, die Individualisten finden ihre Nestwärme woanders.

CDU: Ja, Frau Merkel hat die politische linksliberale und undogmatische Mitte besetzt. Das spüren FDP und SPD seit einiger Zeit. Dadurch, dass die Kanzlerin in der Flüchtlingsfrage alles unternimmt,um Europa nicht scheitern zu lassen, hat sie sich von der rechts-national orientierten Seehofer-Stoiber CSU entfernt. Der Bruch zwischen Merkel und Seehofer ist nicht mehr zu kitten. Für eine neue vertrauensvolle Zusammenarbeit muss eine der beiden Personen weichen. Der CDU stehen die heutigen Grünen näher als die CSU Seehofers.

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