Chinas Funktionäre ruinieren die Staatsbetriebe

Das chinesische Wirtschaftsmodell mit dem Mix aus Staat, Partei und Marktwirtschaft ist am Ende

In China hat Jahrzehnte lang ein gemischtes Wirtschaftsmodell, bestehend aus Kommunismus und marktwirtschaftlichen Elementen positive Ergebnisse gebracht. Der Wohlstand des Landes ist kontinuierlich gestiegen, die Wirtschaft hat permanent zugelegt, ein Wachstum von 10% war an der Tagesordnung. Dann wurden die von der kommunistischen Partei beherrschten Wirtschaftscliquen übermütig und schufen die chinesische Börse. Bei den Menschen kam Euphorie und Gier auf. Also, das Ersparte schnell abheben und ran an die gigantische Slotmachine. Die maroden und subventionierten Staatskonzerne brauchten frisches Geld zum Überleben, so entstand eine glamouröse Scheinwelt für die frischgebackenen Börsenkometen. Und jetzt: BUMM!

Chinesisches Wirtschaftsmodell

Foto: kino.de

Fünf der 10 weltgrößten Unternehmen, darunter die Bank ICBC oder Petrochina werden von den chinesischen Kommunisten kontrolliert. 100 strategisch bedeutende Unternehmen werden von der Pekinger Parteizentrale aus geführt, weitere 155.000 Firmen von den Lokalregierungen. Jetzt will das Zentralkomitee Kapitalbeteiligungen von privaten ausländischen Investoren zulassen. Die Mehrheit des Staates und damit die unternehmerische Führung darf aber nicht angetastet werden. Auch sind Schlüsselindustrien wie Energie, Banken, Luftfahrt und Telekommunikation ausgeschlossen. Das heißt aber, dass die Verfilzung von Staatsbanken, Parteikadern, Armee und Bürokratie soll nicht angetastet werden. Die Welt hat den wirtschaftlichen Wandel vom Sozialismus zur kontrollierten Marktwirtschaft bestaunt und mancher Linkspolitiker hat gar von einem solchen Modell für Europa, Südamerika, Afrika und Südostasien geträumt.

Wird aber nichts, die chinesische Filzwirtschaft wird einen weiteren Aufstieg des Landes erschweren oder gar blockieren. Das kontinuierliche Wachstum hat die Illusion genährt, alles sei in bester Ordnung. Nun hat der Börsenabsturz die Grenzen der Staatseingriffe aufgezeigt. Der Markt, dem man sich ausgesetzt hat, ist stärker und schlägt zurück. Die Großbetriebe zerbrechen an dem Zielkonflikt von Wirtschaftlichkeit und den Interessen der Politik. Mit Politoffizieren an den Schalthebeln der Wirtschaft wird China im globalen Umfeld weiter an Grenzen stoßen und möglicherweise den Anschluss verlieren. An Rückzug scheinen die Kader nicht zu denken, also wird ein Ritt auf der Rasierklinge folgen und die Menschen werden sich Verantwortliche für ihren Vermögensverlust suchen und vorknöpfen. Liebe Sahra Wagenknecht, fahren sie doch mal mit Ihren Genossen nach China und sehen Sie sich die maroden Börsenstars an. In Ihrem Parteiprogramm steht doch die Verstaatlichung großer Betriebe.

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