Reiche Deutsche, reiche Amis

Die Vermögensverteilung bei uns ist oberflächlich ungerecht, aber die Wohlstandsmaschine „Deutsche Wirtschaft“ läuft.

50% des deutschen Vermögens liegt in der Hand von 5% der Bevölkerung. Vorne, wie fast jedes Jahr, die Familien Quandt, Albrecht, Schäffler und Schwarz (Lidl), also die üblichen Verdächtigen. Die restlichen 95% der Deutschen sind Eigentümer der anderen 50% des Gesamtvermögens. 

 

Soweit die Zahlen, aber was steckt dahinter? Oberflächlich betrachtet ist das eine soziale Ungerechtigkeit, sagen nicht nur linke Wissenschaftler, Politiker, Kirchenfürsten und Gewerkschafter. Hätten wir ein besseres Deutschland, wenn 95% der Deutschen auch 95% des Vermögens hätten? Vorsicht, erst einmal ist es bei Unternehmern nicht vorrangig, was man hat, sondern was man daraus macht, ein großer Unterschied. Vergleichbar ist das mitQuandts Lottogewinnern. Nach dem Gewinn des Jackpots mit 3 Millionen Euro ist der eine Spieler nach 3 Jahren pleite, der andere hat geschickt investiert, sich selbständig gemacht und 5 Konkurrenten aufgekauft. Zugegeben, ein simplifiziertes  Beispiel, trifft aber den Kern der Sache. Bei den oben genannten, sehr vermögenden Familien, hatte der Gründer eine fixe Idee, die er mit aller Kraft verwirklichte und, wie in der alten Indianergeschichte nicht die Asche,sondern das Feuer weiter vererbt. Die nachfolgende Generation hat es dann verstanden, aus der Geschäftsidee eine internationale Gruppe zu machen und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Sendungsbewusste verfolgen die Idee, einen Teil des Vermögens abzuschöpfen und per Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Reichensteuer und wieder einzuführender Vermögenssteuer dem Unternehmen zu entziehen und über die Staatsverwaltung den weniger Vermögenden zuzuführen. Das wurde in vielen Ländern probiert, im Sozialismus, in der skandinavischen Sozialdemokratie, dann besonders in früheren Kolonial- und heutigen Entwicklungsländern. Funktioniert hat es noch nirgendwo. Warum? Politiker und Bürokraten haben noch nie besser mit Geld umgehen können als diejenigen, die in ihre Unternehmen investieren, Arbeitsplätze schaffen und der Gesamtheit Nutzen bieten.

Aber werfen wir mal kurz einen Blick auf die 100 reichsten US-Amerikaner. In den „FORBES 100“ steckt ein großer Unterschied zur deutschen Liste: 50% der reichen US-Familien haben ihr Vermögen aus Unternehmen, die es vor 20 Jahren noch gar nicht gab, Gründer wie Bill Gates, Steve Jobs, Mark Zuckerberg oder Larry Page. Und warum? Die USA haben eine höhere Durchlässigkeit, eine bewunderte Gründerkultur, leichter zu bekommendes Risikokapital und eine bessere Kultur des Scheiterns, also des Auffangens eines Mutigen nach dem Motto: „Steh immer einmal mehr auf, als du hingefallen bist“. Wir könnten von den Amis lernen!

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