Wenn Naturschutz zur Strafe wird – Teil 1

Und Geld dafür keine Rolle mehr spielt.

Der Bund Naturschutz BUND (gegründet vor 40 Jahren) und der Naturschutzbund NABU (gegr. 1899) haben zusammen über 1 Mio. Mitglieder und wissen inzwischen, wie man außerparlamentarische Opposition betreibt. Aus den Idealisten von damals ist ein Kampfverband „Geld spielt keine Rolle“ gegen die Interessen der Steuerzahler geworden. Hier ein paar Beispiele:

SchlagloecherZur Verbreiterung des Nord-Ostsee-Kanals mussten Böschungen Richtung Binnenland verschoben werden, an dieser Stelle lebten 26 geschützte Kreuzottern. Diese wurden in neu entrichtete Freilandterrarien in der Größe von 2,5 Hektar umgesiedelt. Mangels dortiger Kleinsäuger musste zugefüttert werden. Kosten bisher: 180.000.- Euro. Da sich die Bauarbeiten verzögern, haben sich am ursprünglichen Ort schon wieder neue Schlangen angesiedelt.

80 Wildkatzen leben in Waake bei Göttingen. Für diese wurde für 2,6 Mio. eine 50 Meter breite (und für Fußgänger gesperrte) Grünbrücke zur Überquerung der B27 nebst umfangreichen Begrenzungszäunen gebaut. Auf die Frage an den Förster, wie gefährlich die Straße vorher für die Tiere war, sagte er „Da haben wir in den letzten zehn, fünfzehn Jahren vielleicht vier Todesfälle gehabt“.

Vor einigen Jahren fast ausgestorben, wurde der Biber wider angesiedelt, im Land Brandenburg zählt man über 2.500 Biber. Die fleißigen Dammbauer wurden nahe der Stadt Brandenburg in einem Naturschutzgebiet fündig und errichteten eine imposante Biberburg. Damit setzten sie ein früher trockenes Waldstück unter Wasser, einschließlich einer Eichenallee. Alle Bäume sind abgestorben.

Als Ausgleichsfläche für das Milliardengrab JadeWeserPort sollten Salzwiesen auf der idyllischen Halbinsel Butjadingen angelegt werden. Um diese mit frischem Meerwasser zu versorgen, musste der Vordeich abgetragen und der Hauptdeich zum Hochwasserschutz erhöht und verstärkt werden. Dazu wurde ein extra Betonwerk gebaut. Resultat: Das bisherige Erholungsgebiet ist zerstört, 5,7 Mio. ausgegeben und die Arbeiten noch lange nicht abgeschlossen.

Soweit einige Auszüge aus dem bemerkenswerten Buch von Anja-Katharina v. der Hagen und Michael Prinz zu Salm-Salm „Schützt die Schlaglöcher“.

Fortsetzung folgt.

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