Lügenpresse

Der von Pegida-Anhängern skandierte Begriff ist tendenziös, aber nicht immer falsch. Keine Frage, die Medien müssen aufpassen und stärker auf ihre Glaubwürdigkeit achten.

lügenpresse

Ja, man könnte das Wort „Lügenpresse“  zu den Akten geben, wollen wir aber nicht. Wir haben versucht zu ergründen, was hinter dem Schimpfwort steckt.

Erinnern wir uns mal, als Ministerin Nahles vor einem Jahr ihr „Rentenpaket“ vorstellte. Inhaltlich war das ein Mix der überflüssigen Mütterrente und der noch überflüssigeren, ja hirnrissigen Rente mit 63. Ihre Werbeagentur hat für sie schöne Dekowände hergestellt, auf denen das geschnürte Paket, optisch eher eine Paketbombe, abgebildet war. Damit tourte sie durch Veranstaltungen und Pressekonferenzen. Die Medien hatten ihren Spaß an so viel professioneller Präsentation, die Rechnung ging für die gute Tante Nahles auf. In den Nachrichten wurde überall ein schwitzender Stahlkocher und ein ächzender Dachdecker eingespielt. Dass die Rente mit 63 auch der Mann vom Denkmalschutz, der Pförtner und der Buchhalter bekommen, nie war die Rede davon. Die Gemeinschaft der Rentner, mit Kürzungen jahrelang bedacht, waren die Leidtragenden und das wurde geschickt vertuscht. Keine Lüge direkt, aber eine breit aufgestellte Irreführung.

Das, was bei uns in Anfängen klappt, wird in anderen Ländern professionalisiert. Deutsche Journalisten, Reporter und Linkspolitiker fallen auf Putins Propagandamaschinerie herein. Putin und seine Minister lügen die heimatliche und die Weltpresse an, dass sich die Balken biegen. In diesen Tagen veröffentlichte die unabhängige Investigativplattform Bellingcat, wie Russland die „Beweisfotos“ fälschte, um der Ukraine den Abschuss des Verkehrsflugzeugs MH17 in die Schuhe zu schieben. Da muss man schon sehr hart gesotten sein, um im Angesichts des Todes von unbeteiligten 298 Urlaubern mit Kindern so knallhart zu lügen und zu täuschen. Dieses Beispiel könnte man mit den urlaubenden russischen Kriegern, den unbekannten Soldaten ohne Abzeichen und den wohl aus dem Nichts bei den Separatisten aufgetauchten Panzern und Kanonen fortsetzen. Putinversteher wie z.B. die Buchautorin Gabriele Krone-Schmalz oder der Journalist Stefan Niggemeier laden eine schwere Schuld auf sich, wenn sie die russische Lügenpropaganda in Schutz nehmen. Klar, auch die Ukrainer geben nicht nur Wahrheiten von sich, die Amerikaner auch nicht, aber die Propaganda mit dem Schicksal der Flugzeugtoten zeigt deutlich, welche moralischen Werte mit Füßen getreten werden. Erdogan in der Türkei eifert Putins schlechtem Vorbild nach, aber erst die Lohnclaqueure der Despoten vollenden deren Werk. Ja, es gibt sie, die Lügenpresse!

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