Dubiose Rederei vom Prekariat

8 Millionen Menschen werden in der Gewerkschaftspropaganda als „Zweitklassig“ abgestempelt.

prekariat

Sucht man nach wissenschaftlichen Definitionen des Wortes „Prekariat“, dann findet man Begriffe wie „Beschäftigung unter Wert“, „atypisch Beschäftigte“ oder „das Proletariat von heute“. Gemeint sind Arbeitsverhältnisse, die irgendwie vom Standard-Arbeitsvertrag abweichen. Dazu rechnet der DGB befristete Arbeitsverhältnisse, Mini-Jobs, Auszubildende, Praktikanten, Beschäftigte unter 20 Stunden pro Woche, Zeitarbeiter, Freelancer, ältere Zuverdiener, aber auch Gewerbetreibende und Selbständige, die sich als freie Mitarbeiter andienen.

8 Millionen Deutsche fallen laut DGB in diese merkwürdige Klassifizierung. Wir haben mal ein paar Beispiele untersucht. Zum „Proletariat von heute“ gehört nach der DGB-Auslegung zum Beispiel der an der Uni befristet tätige wissenschaftliche Mitarbeiter, der aber nichts dafür kann, dass die staatlichen Forschungszuwendungen für die Uni auch befristet sind. Der flexibel arbeitende Selbständige gehört auch dazu. Ebenso gelten Ehefrauen als dubios, die keine Vollzeit arbeiten wollen und müssen, aber ihrem Beruf in individueller Teilzeit verbunden bleiben wollen. Die Gewerkschaft rechnet auch die gesamte Zeitarbeit zum Prekariat, Zeitarbeit gehört ja von Natur aus zu den üblichen Verdächtigen. Dabei hat diese Branche solide Tarifverträge abgeschlossen und ist für viele nicht mehr der Notnagel, sondern eine attraktive Option. Ein Zeitarbeiter erklärte uns auf Befragen, dass er immer nur ein halbes Jahr arbeiten möchte und im anderen Halbjahr als Rucksacktourist Asien, Afrika und Südamerika bereist, etwas, was nur in der Zeitarbeitsbranche realisierbar ist. Auch sagt es kein Unternehmer offen, dass er nur mit Leihpersonal und Befristung Auftragsspitzen abfangen kann, ohne sich in die harten Zwänge der deutschen Kündigungsschutzgesetze zu begeben. Zusammengefasst, die DGB-Zahl von ca. 8 Mio. prekär Beschäftigten hat keine, aber auch gar keine Aussagekraft.

Worum geht es uns? Wir wollen nichts schön reden, es gibt schwierige und unkomfortable Arbeitsverhältnisse, aus welchen speziellen Gründen auch immer. Uns geht es darum, aufzudecken, wie mit dem Schlagwort vom Prekariat schwierige aber auch zeitgemäße, flexible Beschäftigung politisiert wird. Damit will die Gewerkschaftslobby eine politische Stimmung schaffen, für mehr Regulierung, mehr Bürokratie, weniger Flexibilisierung und eine weitere Einschränkung individueller Lebensgestaltung. Zu leicht sollte man es den Agitatoren und Propagandisten nicht machen, denn es steht ein weiteres Stück unserer Freiheit auf dem Spiel.

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