Das war mal unsere Deutsche Bank

Aus dem Traditionshaus kann eine Finanzruine werden

DeutscheBank2Vom legendären Hermann Josef Abs bis zu dem 1989 von Terroristen ermordeten Alfred Herrhausen waren die Chefs der Deutschen Bank immer gern gesehene Ratgeber und Vertraute der jeweiligen Bundeskanzler. Das ist vorbei. Gegründet wurde die Bank auf Geheiß des Königs von Preußen. Ausgestattet mit privatem Kapital sollte sie in Konkurrenz zu britischen und amerikanischen Finanzhäusern auf den internationalen Märkten zugunsten der deutschen Wirtschaft tätig werden. Eine Erfolgsstory begann und die Deutsche Bank stieg in die Weltspitze der Großfinanz auf. Sie betrieb ihr Geschäft mit dem deutschen Sparer, dem Mittelstand, den Exporteuren, den Großkonzernen sowie den Unternehmerfamilien. Damit rückte sie vor bis auf Platz 7 im Finanz-Olymp, eine großartige Leistung. Deutschland war stolz auf seine Deutsche Bank.

Dann, nach Alfred Herrhausens Tod begann bei der Bank ein schleichender Kulturwandel, sie drängte in die Zockerkasinos der Welt. Je eine Traderfirma in Großbritannien und den USA wurde für teures Geld aufgekauft und damit das Geschäftsfeld der traditionsreichen Bank um höchst spekulative Aktivitäten erweitert. Nur, in diesen Geschäftsfeldern sind die Amerikaner und Briten ausgebuffter und vielleicht noch skrupelloser. Die Deutschen spielten in diesem Finanzfeld immer nur die Rolle des Balljungen, nie die des Spielmachers.

Finanziell hat dieser Ausflug in die Welt des lockeren Gelds ab dem Jahr 2000 den Börsenwert um 70% nach unten gefahren. Im gleichen Zeitraum haben aus der Zockerbranche angelockte Blender geschätzte 40 bis 50 Milliarden allein an Boni kassiert (so Wolfgang Reuter in FOCUS), ohne dass dadurch die Bank eine nachhaltige Wertsteigerung erzielte. Heute ist das Image der Deutschen Bank von spektakulären Prozessen und milliardenschweren Klagen geprägt. Erst die Kirch-Pleite, dann die Manipulationen der Edelmetallpreise und des internationalen Referenzzinses LIBOR, dann verschiedene Klagen wegen schräger Investmentgeschäfte. Jetzt wird die Bank verdächtigt, Komplize dubioser Mehrwertsteuerhinterziehungen zu sein. Im Ranking der Großbanken stürzte die Deutsche Bank vom 7. Platz auf Rang 42 ab. Konsequenz Paradox: statt das hoch riskante und verlustbringende Investmentbanking zurückzufahren, will man jetzt das Geschäft mit Privatkunden abstoßen, einschließlich der erst vor 5 Jahren eingegliederten Postbank. Seriöses Privatkundengeschäft, das ist ja nur ein langweiliges und unspektakuläres Business mit den Trotteln von nebenan und dort regnet es auch keine Milliarden-Boni!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s