Bleibt alles anders?

UberAirbnb

Innovationen im digitalen Zeitalter tun vielen herkömmlichen Anbietern richtig weh. Nach der Verlagsbranche, dem Modehandel und dem guten alten Versandkatalog hat es jetzt zwei richtig traditionelle Branchen erwischt, die Taxis und das Hotelgewerbe. „Uber“ ersetzt Taxis durch Privatfahrer mit deren eigenen Limousinen und über „Airbnb“ werden Übernachtungsgästen mit Privatwohnungen günstige Alternativen zu Hotels geboten. Die Gegenwehr hat immer das gleiche Muster:

  • Phase 1: Die Innovation wird belächelt
  • Phase 2: Der neue Wettbewerber wird bekämpft
  • Phase 3: Die Innovation wird kopiert.

Im Moment befinden wir uns bezüglich Uber und Airbnb in der 2. Phase. Die neue Konkurrenz wird schlecht geredet, auf Rechtsmängel wird hingewiesen, die neuen Wettbewerber verklagt und wenn alles nichts nützt, wird der Gesetzgeber als Kumpan zu neuen Schutzgesetzen animiert.

Hände weg, liebe Politiker. Wenn der Verbraucher günstigere Angebote erhält, kann er selbst abwägen. Hätte man damals ALDI verboten, gäbe es heute vielleicht noch mehr Tante-Emma-Läden, aber alles zu Lasten vieler Haushaltskassen. Der mündige Verbraucher kann selbst entscheiden und das ist auch gut so!Uber ist von mehreren Gerichten gestoppt worden, gegen Airbnb laufen Hotelfachverbände und Gemeinden Sturm. Die einen, weil ihnen Kunden wegbleiben, die Städte, weil sie die Umnutzung von Wohnraum befürchten und Steuern auszufallen drohen. Die zuständigen Ministerien bremsen aus Klientelpolitik gerne, es muss ja alles seine Ordnung haben und „so wie es jetzt ist, ist es doch gar nicht so schlecht“. Bleiben wir gerade mal beim Taxigewerbe. Taxi-Lizenzen vergeben die Gemeinden, daraus sind in der Regel örtliche Monopolorganisationen entstanden, allerdings mit sehr merkwürdigen Preisgestaltungen pro Stadt. So kostet 1 Taxikilometer in Kassel 3,30 Euro und in Köln 1,65 Euro. Dem Ortsmonopol können Kunden derzeit mangels Wettbewerbern nicht entrinnen. Nun ruhen die Hoffnungen auf Brüssel. EU-Kommissarin Violeta Bulc aus Slowenien hat eine Initiative zum Erlass einheitlicher Taxiregeln in der EU angekündigt, mit dem Augenmerk auf freiem Wettbewerb.

Monopole und Klientelpolitik sind schädlich. Die Beispiele Uber und Airbnb zeigen, dass es in Deutschland noch genug zu tun gibt, bis jeder begriffen hat: „Marktwirtschaft ist, was dem Kunden nützt“.

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