Schweiz – der Klassenprimus wird abgestraft

Für unser Versagen müssen andere büßen

SchweizDie EURO-Opfer haben jetzt einen Namen „Die Schweizer“. Was haben die nicht alles richtig gemacht, 1976 eine Arbeitszeitverkürzung von 42 auf 40 Stunden bei einer Volksabstimmung abgelehnt, während später bei uns Streiks die Verkürzung auf 35 Stunden erzwingen sollten. Die Pro-Kopf -Verschuldung in der Schweiz liegt unter der Deutschlands und ist Lichtjahre unter der von Frankreich und Italien, den direkten Nachbarn. Bezüglich der Einbindung der Bevölkerung in politische Entscheidungen liegt die Schweiz mit den Volksabstimmungen traditionell weit vor allen  anderen westlichen Ländern. Die Dezentralisierung hat sich als große Stärke erwiesen, die Kantone haben weitgehende Autonomie in Steuerfragen und der Wirtschaftsförderung.

Hat leider alles nichts genützt, als es um die außenwirtschaftliche Stabilität ging. Als der Chef der europäischen Zentralbank EZB im Auftrag der „Club-Med-Länder“ den Euro auf Talfahrt schickte, rettete man sich kurzfristig mit einer Wechselkursbindung von ca. 1,20 an den Euro und musste deshalb in der Folge laufend Euros und Euro-Anleihen kaufen. Dann, völlig überraschend der Urknall, die Schweizer National Bank musste kapitulieren. „Der hohe Bestand an Euros in unserer Bilanz entwickelt sich zu einem unkalkulierbaren Risiko“ sagte SNB-Präsident Thomas Jordan sinngemäß bei einer Pressekonferenz. Im Klartext: Die National-Banker rechnen fest damit, dass der Euro weiter an Wert verliert. Während durch die Frankenbestände im Euroland bei Banken, Versicherungen und Anlegern ein deftiger aber einmaliger Abschreibungsbedarf entsteht, sieht es auf der Seite der Schweiz für die Einzelhändler, die Tourismusbranche und die Exportbetriebe jetzt und mittelfristig übel aus. Bei einem kürzlichen Besuch im grenznahen Basel konnten wir an den Schaufenstern in der City viele Schilder mit Preisnachlässen sehen. Die Geschäfte überboten sich gegenseitig mit Rabattversprechen: 10% Währungsrabatt, 15% und auch 20%.

Unser Fazit: Auch wenn Du alles richtig machst, bist du vor finanzpolitischen Amokläufern nicht sicher!

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