Euro-Kernschmelze mit passender Begleitmusik

Draghi zündet die „Dicke Bertha“, der DGB und die Banken jubeln, die Aktien- und Immobilienblase wächst.

Hier ruht Ludwig Erhards Stabilitätspolitik

Hier ruht Ludwig Erhards Stabilitätspolitik

Der Stahlkonzern Krupp baute für Kaiser Wilhelm zum Einsatz im 1. Weltkrieg die „Dicke Bertha“, eine Kanone mit 42 cm Rohrdurchmesser. Zu dieser Zeit war das eine Krönung der Geschütz-Technologie. Mario Draghi, italienisch-stämmiger Präsident der Europäischen Zentralbank EZB, hat in Pressekonferenzen immer gedroht, seine dicke Bertha zu zünden, den unbegrenzten Aufkauf europäischer Staatsanleihen. Seit Donnerstag ist es so weit. Für über 1 Billion EURO (eine Zahl mit 12 Nullen) bedruckt die EZB nun Papier um mit diesen Scheinen den Banken hochriskante Anleihen abzukaufen. Überraschend ist das ja nicht, denn wenn man einmal mit der  Währungsmanipulation begonnen hat, kommt man aus dem Thema nicht mehr raus, ähnlich der Drogensucht. Aber welche Auswirkungen hat das Ganze?

  1. Das Versprechen von Helmut Kohl und Theo Waigel zur Einführung des EURO fliegt uns jetzt endgültig um die Ohren. Damals hieß es, der Euro werde genauso stabil wie die DM. Pustekuchen, der EURO wird zur Drachme. Seit einem Jahr hat er 20 % an Wert verloren, gemessen am Dollar. Das hilft zwar im Moment den Exporteuren, aber  Abwertungen haben noch kein Land reicher, sondern immer ärmer gemacht.
  2. Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB jubelt, dadurch würden Arbeitsplätze sicherer und in den südlichen Schuldenländern könnte das lästige Sparen enden. Was für ein hanebüchener Blödsinn! Der Schlendrian mit Korruption, vergammelten Staatsunternehmen, aufgeblähter Verwaltung und Geldverschwendung wird munter weitergehen. Und: Zum ersten Mal wurde offen über die Haftungsunion aller EURO-Staaten gesprochen, was in den EURO-Verträgen ausdrücklich verboten ist. Da eine direkte Staatsfinanzierung durch die EZB verboten ist, wird wie bei einem Trickbetrüger der Umweg über die Banken genommen. Das zusätzliche Geld, das die Banken jetzt erhalten, ist zwar theoretisch für Investitionen geplant, aber wie an der sofortigen Börsen-Reaktion zu sehen war, wird es im spekulativen Bereich landen. Die Immobilien- und Aktienblase wächst und wächst, nur Gold gibt es noch zum Schnäppchenpreis. „Die Reichen werden noch reicher und die Armen noch ärmer“, so lautet der gängige Spruch von Gewerkschaftern und Linken.  Ja, das wird sich jetzt  noch verstärken, aber was gibt es da zu jubeln, Genossen?
  3. Auf Jahre hinaus wird die Geldschwemme Zinsen und damit Alterseinkünfte niedrig halten sowie Ersparnisse vernichten. Nullzins und die gewünschte Inflation sorgen für eine schleichende Enteignung. Gut gemacht, Draghi!
  4. Wir nehmen endgültig Abschied von den Tugenden der guten alten DM und der marktwirtschaftlichen Stabilitätsspolitik nach Ludwig Erhard. Die Hallodri-Politik der Südländer wird nun 1:1 auf uns übertragen. Zu DM-Zeiten ist Deutschland aufgeblüht. Italien und Frankreich sind durch die laufenden Währungs- und Schuldentricksereien ärmer geworden. Darauf müssen wir uns nun einstellen.

Gejammer ist nicht unser Metier, sondern Klartext. Der gesteuerte Wertverlust wird uns härter treffen als irgendwelche Islam-Ängste. Nachdem skrupellos Schaden angerichtet wurde und wird – den Politiker eigentlich vom deutschen Volk abwenden sollten – müssten wir jetzt alle auf die Straße gehen und gegen den versteckten Rechtsbruch und verdeckten Volksbetrug demonstrieren. Aber wer fängt an?

PS: Trotz der dicken Bertha wurde der 1. Weltkrieg verloren.

-gm

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