„Wirtschaftswunder 3.0“ – Ludwig Erhard lebt!

Studenten organisierten Nürnberger Symposium zu deutschen Zukunftsthemen.

Im Gespräch mit Wirtschaftsminister a.D. Wolfgang Clement

Im Gespräch mit Wirtschaftsminister a.D. Wolfgang Clement

Das hätte dem Vater der „Sozialen Marktwirtschaft“ gefallen. Tausend Besucher, je zur Hälfte Studenten und Wirtschaftsleute trafen sich beim ersten Ludwig-Erhard-Symposium in Nürnberg. Erhard, dessen Wirkungsstätten vor seiner Zeit als Wirtschaftsminister und Bundeskanzler die Nürnberger Friedrich-Alexander-Universität und die GfK waren, hätte seine helle Freude an dem Treffen gehabt. Die Tagung beeindruckte durch den hervorragenden Ablauf und die treffsichere Auswahl der Referenten. Einen Veranstaltungsbericht finden Sie hier.

Ein ganz besonderer Aspekt hat uns beeindruckt: In Kaffeepausen und am Rande der Vorträge kam es zu spontanen, spannenden Diskussionen zwischen Studenten, Managern, Unternehmern und Referenten. Neben den hochqualifizierten Vorträgen lag darin der wahre Gewinn des Symposiums. Visitenkarten und Mailadressen wurden getauscht, Fragen gestellt und die Fortsetzung des Kontakts vereinbart.

Ein Lob gilt den Referenten, die Klartext redeten. Beispielsweise:

  • „Wozu brauchen wir 200 Schulstrukturen?“
  • „Wir brauchen eine neue Wahrnehmung des Alters“
  • „Seit Generationen hat Deutschland Weltmarktführer hervorgebracht, durch die IT-Branche hat sich das erstmals geändert“
  • „Das Auto wird zum Computer auf Rädern“
  • „Warum spricht niemand in der Politik mehr mit klarer Kante?“
  • „Gibt es in Deutschland überhaupt noch die Soziale Marktwirtschaft?“
  • „Droht Deutschland durch die Fixierung auf das Soziale die De-Industrialisierung?“
  • „Die EU droht an sich selbst zu scheitern“
  • „Geld für staatliche Investitionen muss man nicht drucken, das kann man bei Investoren abholen“
  • „Wir brauchen ein Umdenken. Bildung und Wissenschaft statt Wohlfahrt“
  • „Wir wissen, was wir tun müssten, aber wir tun es nicht“

Auf die Nachkriegsprobleme hatte Erhard die richtigen Antworten. Zur Lösung der oben genannten Probleme könnte ein Satz aus seiner Regierungserklärung vom 18.10.1963 (sinngemäß) dienen: „Denn der Mensch, der zur schwankenden Zeit auch schwankend gesinnt ist, der vermehrt das Übel, wer aber fest auf dem Sinne (der Sozialen Marktwirtschaft) beharrt, der bildet die Welt fort“.

-gm

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