Lokführer und Piloten – der Zwergenaufstand nervt einfach!

Hyperaktive Lokführer drehen durch und die Lufthansapiloten befinden sich im Größenwahn. Müssen die Minigewerkschaften verschwinden?

WeselskyLokführer zu werden war für Generationen von Jungs der Traumberuf. Jim Knopf, der Lokomotivführer, verkörperte die Welt der romantischen Eisenbahn und mit der Modelleisenbahn spielte man den Traum auf Schienen nach. In der täglichen Realität stehen die Massenverkehrsmittel Bahn, Flugzeuge, Busse und Individualverkehr in einem knallharten Wettbewerb, von dem der Kunde profitiert. Die kleine Gewerkschaft der Lokführer GdL fordert von der Bahn, dass die derzeitigen Jahresgehälter von 36.000 bis 46.000 Euro um 5% erhöht werden sollen. OK, wäre ja noch eine Überlegung wert. Gleichzeitig solle die Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Std. gesenkt werden, wären weitere ca. 5%. Dazu kommt noch die Forderung, die Gehälter der Zugbegleiter um 15–20% zu steigern. Dies, um in der internen Rivalität zweier Gewerkschaften die Zugbegleiter für die Lokführergewerkschaft abzuwerben. Um alle Forderungen von Claus Weselsky, top Scharfmacher der GdL, zu erfüllen, müsste die Bahn die Fahrpreise deftig erhöhen und den Verlust vieler Kunden zu Gunsten der Busse und Flieger riskieren. Da sagt die Bahn NEIN und die GdL arbeitet sich nun an den Bahnkunden mittels Streiks ab. Wo bleibt denn da die Verhältnismäßigkeit und was geht den Bahnkunden die Rivalität zwischen zwei Gewerkschaften an? Die spinnen, die Lokführer.

An einem Mangel an Bescheidenheit leiden auch die Lufthansapiloten nicht. Sie beharren auf dem Vorruhestand mit 55 Jahren, versüßt mit 60% des Bruttogehalts von bis zu 300.000 Euro pro Jahr. Das Kompromissangebot, gleitend den Ruhestand auf das Alter von 60 Jahren zu verschieben, haben die Flugzeug-Chauffeure abgelehnt. Es wird gestreikt. Der Lokführerberuf war Kindertraum, der Pilotenstand ein Frauenschwarm mit Imagestatus. Heute ist der Massenmarkt von kreativen Newcomern im Fluggeschäft und knallhart kalkulierenden Billigairlines (mit halben Gehältern) aufgemischt. Aber die Lufthansapiloten glauben, sie könnten ihre Privilegien aus den goldenen Zeiten einer Staats-Monopol-Airline in Stein meißeln. Um die Öffentlichkeit einzulullen, pflegen die Piloten den Mythos der Übergestressten. In einem Pressegespräch mit den Nürnberger Nachrichten sagte Flugunternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der früher selbst im Cockpit saß „Von wegen große Verantwortung. Das ist doch Quatsch. Jeder Mechaniker am Boden hat mehr Verantwortung“. Außerdem meint er, dass vom früheren Stress durch die Nutzung modernster Technik nicht viel übrig sei. Fliegen sei deshalb einer der schönsten und angenehmsten Berufe, dazu fürstlich entlohnt. Dies stamme übrigens laut Wöhrl aus Zeiten, in denen Piloten in den Anfängen der Fliegerei normalerweise im Cockpit starben, deshalb hätte man sie zuvor gerne großzügig bezahlt.

Fazit: Die Großkonzerne Bahn und Lufthansa blamieren sich, wenn sie jetzt gesetzliche Maßnahmen gegen die kleinen Gewerkschaften fordern, statt den Kampf durchzustehen. Liebe Piloten und Lokführer, nur wegen eurer Nostalgie und den Rivalitäten wollen wir nicht unter euren bescheuerten Streiks leiden!

-gm

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