Der lange Leidensweg der Großbaustellen

Von Rotbauchunken und Moorfröschen oder warum staatliche Großprojekte immer aus dem Ruder laufen

rotbauchunkeNachrichten vom Baufortschritt beim Berliner Großflughafen BER nimmt keiner mehr ernst. Gleiches gilt für die Elbphilharmonie in Hamburg, die BND-Zentrale in Berlin oder Verkehrsverbindungen. Sind wir, wie kürzlich eine Tageszeitung schrieb, ein „Land der Versager“? Bleiben wir mal beim Flughafen BER. Vor zehn Jahren sollte er 1,7 Mrd. kosten, heute sind es 5, später etwa 8 Mrd. Euro. Ursachenforschung gefällig? Bei der Planung wird, um sich die Akzeptanz der Bevölkerung zu sichern, ein Projekt an der finanziellen Untergrenze gestartet, damit beginnt der Betrug am Steuerzahler. Dann nimmt man aus vorgeblichen Ersparnisgründen keinen Generalunternehmer, weil eigenes Management billiger sei, welch eine Selbstüberschätzung! Während der Bauphase wird alles schön geredet, bis unausweichlich der erste große Knall kommt. Schuldzuweisungen folgen und der Hinweis, ein Projekt-Abbruch würde noch teurer sein. Was ist daraus zu schließen?
Controlling: Der Steuerzahler hat Anspruch auf totale Transparenz. Unabhängige und professionelle Gutachter sollten künftig im öffentlichen Auftrag Quartalsberichte über den Baufortschritt, die Terminlage und die Kostensituation veröffentlichen.
Aufsichtsrat: Es ist Zeit, festzustellen, dass hohe politische Amtsträger wie Bürgermeister, Ministerpräsidenten oder Minister kein geeignetes Aufsichtspersonal für Bauvorhaben sind. Ihre Amtsgeschäfte nehmen sie voll in Anspruch, sie haben Verpflichtungen gegenüber Beteiligten, müssen Rücksicht auf die Wählergunst nehmen und sind meistens keine begnadeten Manager. Echte Profis aus der Wirtschaft sind gefragt, was zwar kein Allheilmittel, aber ein Fortschritt wäre.
Gesetzeslage: Das Baurecht und die Umweltbestimmungen müssen kräftig entrümpelt werden, zum Schutz des Bauherrn und des Steuerzahlers einfacher und schneller gemacht und die Regelungswut rigoros abgebaut werden.
Beispiel BER: Für die Sprinkleranlage ist eine Notfall-Ersatzanlage eingebaut worden, jetzt soll eine weitere Ersatzanlage für die Ersatzanlage installiert werden. In der Nachbargemeinde Diepensee musste mit 300.000,- Kosten und 3 Jahren Dauer ein Teich mit Rotbauchunken und Moorfröschen umgesiedelt werden, obwohl dieser aus DDR-Zeiten dioxinverseucht und damit Sondermüll war. Das Land Brandenburg setzte plötzlich Lärmschutzvorschriften für 700 Mio. durch, und das ganze 3 Jahre nach dem ursprünglichen Eröffnungstermin. Vielleicht gibt es 2018 das erste Konzert an der Elbe, den ersten Flug vom BER. Nur der schrullige Kurt Beck wird zur Eröffnung seines Flops, der 350 Mio. teuren Nürburgring-Kirmes nicht anwesend sein, der ganze Klimbim wird abgerissen. Auch eine Lösung!

-gm

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