Vertrauen liegt im Trend

Während die Familie an der Spitze liegt, sind die Parteien abgeschlagen am Ende der Vertrauenswürdigkeit

DaumenRegelmäßig erkunden Meinungsforscher, wem und wie stark die Deutschen den Personen oder Institutionen ihr Vertrauen schenken. Fangen wir mal bei der Wirtschaft an. In einer Forsa-Umfrage bekundeten etwa 50% in die Wirtschaft pauschal ihr Vertrauen, genauso in die Gewerkschaften. Dagegen landeten die Manager von Konzernen mit 12% auf den letzten Rängen, übrigens hinter dem Zentralrat der Muslime in Deutschland. Den Banken trauen abgeschlagen nur 25% was mit der Finanzkrise und den Pleiten der (überwiegend staatseigenen Banken) zu erklären ist. Auch die undurchsichtigen Bonizahlungen an das Management haben hier sicher Spuren hinterlassen. Dass die Menschen sehr stark differenzieren, zeigt das Ergebnis bei der Frage nach dem Vertrauen in den eigenen Arbeitgeber, der liegt nämlich mit 80% auf Rang 2 der Vertrauensskala, gleich hinter der Polizei, ein bemerkenswertes Ergebnis.

Das Vertrauen in die politische Praxis, das in Ostdeutschland aufgrund der Geschichte sehr gering war, ist dort von 21% auf 45% gestiegen. Insgesamt sind 76% der Deutschen mit dem politischen System als Ganzes zufrieden.
Bei dem Vertrauen in Personen gibt es einen unangefochtenen Spitzenreiter. Mit 55% sprachen die Deutschen Franziskus das Vertrauen aus, trotz aller Skandale in der katholischen Kirche. Der Papst hat sich demnach über Konfessionsgrenzen hinaus Anerkennung für seine Tugenden Bescheidenheit und Nächstenliebe sichern können.
Aber wie sieht es mit dem Vertrauen der Deutschen zu ihrem Umfeld aus? Eine Untersuchung der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen ergab, dass zwei Drittel „den Menschen vertraue“. Das waren 2008 nur 49% und 2010 56%, ein bemerkenswerter Trend. Der Generationswechsel ist dabei sicher ein wesentlicher Faktor. Zur weiteren Begründung heißt es, dass man durch die Ereignisse wie Terrorismus, Finanzkrise und Eurokrise stärker zusammen gewachsen sei. Gute Nachbarschaft sei wieder ein Wert geworden und man habe neue Werte gesucht. 91% halten die Familie für das wichtigste im Leben.

Damit landen wir beim Schlusslicht, den Parteien. Während bei Forsa der Bundespräsident mit 71, die Kanzlerin mit 64, der Bundestag mit 49 und die Regierung mit 47% ganz respektable Werte erzielten, landeten die Parteien bei schlimmen 23%. Überraschung? Nein, solange keiner wirklich bereit ist, die alten Rituale von dümmlichen Wahlversprechen, Listenplatzkungelei und Geldverschwendung abzuschaffen, wird sich nichts ändern. Die Parteien erhalten Wahlkampfkostenzuschüsse vom Steuerzahler, wie wäre es, diese Zuschüsse an die Wahlbeteiligung zu koppeln, bei 50% Wahlbeteiligung würden die Erstattungen z.B. halbiert. Wer ist dafür?

-gm

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