Alles BIO oder was?

©dirk-schindelbeck.de

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Wir haben uns schon damit vertraut gemacht, lieber auf dem Markt und in der Obst- und Gemüseecke im Supermarkt zu Produkten mit dem BIO-Zeichen zu greifen. Ist etwas teurer, aber nicht gespritzt und auf naturbelassenen Böden gewachsen. BIO heißt „chemiefrei“ und wer isst schon gerne freiwillig Chemie, ausgenommen heilende Produkte aus der Apotheke? Aber, ist die Natur wirklich so viel gesünder als erzeugte Aromen oder Geschmacksstoffe? Nach einer Studie des Lebensmittelchemikers Bruce Ames sind nur 0,01 % aller gesundheitsgefährdenden Stoffe (in Obst und Gemüse, am Gewicht gemessen) chemischen Ursprungs. 99,99 % der schädlichen Stoffe und Gifte liefert die Natur selbst. So enthalten Nüsse Aflatoxine, die stärksten Krebserreger. Aldehyden und das leberschädliche Cumarin machen die Himbeere zu einer natürlichen toxischen Bombe. Daraus folgerte Vince Ebert in einem Beitrag im FOCUS: „Würde ein Lebensmittelkonzern eine Himbeere herstellen, die die selbe Zusammensetzung enthielte wie die Natur-Himbeere, würde sie nach EU-Lebensmittelrecht nicht zugelassen.“ Trotzdem ist in unserer Wahrnehmung „natürlich“ automatisch gesund, BIO noch besser und zugefügte Aromen sind igitt.

Übrigens: Der Deutschen liebste Frucht ist nicht der Apfel. Mit einem Verzehr von einer Million Tonnen pro Jahr essen die Deutschen 7% der Weltproduktion an Bananen. Diese sind so beliebt, dass sich die EU Hohn und Spott mit einer Verordnung über die zulässige Krümmung der Frucht einhandelte. Das BIO-Thema ist auch nicht so wichtig, da kaum jemand eine gespritzte Schale mit isst. Die Sehnsucht nach Bananen war letztendlich auch einer der Gründe, dass die Mauer überwunden wurde. Gesund sollen sie sein und einen Hauch Erotik ausstrahlen. Bei Bananen stellt sich auch nicht die Frage nach der regionalen Herkunft. „Deutsche, esst nur deutsche Bananen“ hat deshalb auch noch niemand gefordert. Und woran erkennt man eigentlich die grenzenlose Verehrung eines Volkes? Man widmet dem geliebten Künstler, Volksstamm, Kaiser oder Feldherrn ein Denkmal oder ein Museum. Ja, es gibt das Deutsche Bananenmuseum! Es liegt in Sierksdorf nahe Travemünde und hat über 10.000 Exponate. Infos unter http://www.bananenmuseum.de. Echt, es gibt Fachleute, die behaupten, Eva hätte in der Urfassung der Bibel eine Banane bekommen, warum eigentlich nicht?

Und zum Schluss noch das jüngste BIO-Gerücht: Japanische Forscher arbeiten an Brustimplantaten aus BIO-Tofu, die ersten erprobten Modelle werden m 01. April den Medien vorgestellt. Liebe Damen, Hände weg, Tofu ist im Sushi bestens aufgehoben!

-gm

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