Die Un-Moralisten

Stellen wir uns nur einmal kurz vor, eine Truppe aus Exilkubanern und US-Marineinfanteristen würden mit als Gaudium-Kreuzfahrtschiffe getarnte Truppentransporter und in neutralen Uniformen in Kuba landen und dort für einen Anschluss der Insel an die USA eintreten. Kein Marktplatz in Deutschland oder sonstwo wäre dem Ansturm von Demonstranten gewachsen, keine Fussgängerzone wäre samstags sicher. Überall wären Transparente mit Schmähungen der USA, der NATO und anderer Ziele mediengerecht inszeniert. „Stoppt die US-Imperialisten“ oder „Kein Blut für Rum“ wären die kreativen Sprüche. Kirchen und Verdi würden den Demonstranten ihre volle Solidarität verkünden und ein Großteil der Medien würde mehr oder weniger offen dem Antiamerikanismus huldigen. DIE LINKE würde mit den Jusos und der Friedensbewegung Amerikahäuser besetzen. Oskar Lafontaine, Jakob Augstein und Claudia Roth könnten sich vor Talkshowauftritten nicht mehr retten und vielleicht würde auch aus Chile Margot Honecker zugeschaltet, das ganze ein Revival derer, die es schon immer besser gewusst haben. Warum findet der ganze Zauber nicht statt, wenn die Russen ein kleines Land einkassieren? Ist die Eroberung der Krim und vorher der beiden georgischen Landesteile Abchasien und Südossetien nicht der klassische Imperialismus, den wir nach dem Fall des Kommunismus eigentlich als abgelegt betrachten wollten? Oder sind es nostalgische Gefühle gegenüber der früheren Hochburg der Marxisten-Leninisten? Es zeigt sich wieder mal, dass gleich einfach nicht gleicher ist.

-gm

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