Manuela Schwesig – Eine Fehlbesetzung

Manuela SchwesigEine steuerfinanzierte 32-Stundenwoche für Eltern und ein erhöhtes Elterngeld, sind zwei Kernforderungen der neuen Bundesministerin für Familie, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig (39). Das Elterngeld plus soll bekommen, wer sechs Monate nach einer Geburt wieder ins Berufsleben einsteigt. Aber nicht nur ein „Mehr aus der Steuer-Wundertüte“ will die Ministerin verteilen und damit weiter dem misslungenen Phantom-Ziel nachjagen, mit Geld die Geburtenrate in Deutschland zu erhöhen. Immer mehr Geld für Eltern und Kinder, das hat in den letzten Jahrzehnten jeder gerne mitgenommen aber es hat keine zählbaren Erfolge gebracht. Deshalb hat die letzte Bundesregierung es mit besseren Rahmenbedingungen versucht und eine Initiative zur flächendeckenden Erhöhung der Kitas auf den Weg gebracht. Statt neuer hektischer Ausgabenprogramme sollte man lieber abwarten, welchen Einfluss diese Maßnahme auf die Entwicklung der Familien hat.
Jetzt soll es auch mit den Quotenfrauen per Gesetz ernst werden. 30% der Aufsichtsräte börsennotierter Gesellschaften sollen mindestens weiblich sein, was ca. 120 Unternehmen betrifft. Dazu sollen weiteren ca. 2.600 Unternehmen verbindliche Zielvorgaben für eine stärkere Frauenanzahl in Führungspositionen aufgezwungen bekommen. Kluge Unternehmen steigern seit Jahren aus wirtschaftlicher Vernunft heraus den Anteil qualifizierter weiblicher Führungskräfte. Braucht man da im Ernst mehr Gesetze, Gerichtsverfahren und eine Kontrollbürokratie? Das sind doch eher planwirtschaftliche Instrumente, die der Effekthascherei dienen. Wirkungsvoller scheint es uns, die Chancen für Firmen zu betonen, die mit immer mehr gut ausgebildeten Bewerberinnen die Attraktivität und den Unternehmenserfolg zu steigern. Aber, Geldverteilen macht wichtig, Schlagzeilen befriedigen die Eitelkeit und die Gängelung der Unternehmer bringt Beifall von den billigen Rängen.
Insgesamt 200 Milliarden, so eine im letzten Jahr veröffentlichte Studie werden über 160 verschiedene familien- und kinderfreundliche Leistungen ausgeschüttet, teils über Steuervorteile, direkte Zuwendungen oder Zuschüsse. Brauchen wir eine Familienministerin, die diese Summe, die teilweise laut ZEIT und Spiegel „in einem Dickicht versickert“, noch weiter steigert statt ein vernünftiges Reformkonzept zu gestalten? Braucht die Personalpolitik der Unternehmen noch mehr politische Einflussnahme? Nein, Frau Schwesig ist offensichtlich eine Fehlbesetzung.

-gm

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