Rote Karte für die Hektik – Leben, Chillen und Entschleunigen

EntschleunigenDie Hektik vor Weihnachten, Shoppen bis die Karte glüht, Geschäftsessen, Mitarbeiterweihnacht, Baum kaufen, Menü zusammenstellen, die Feiertage organisieren, Weihnachtsprogramm durchziehen. War es das dann mit Weihnachten?  Nein, raus aus dem Termindruck, Handy ein paar Tage abschalten, Laptop in die Schublade und das Ich auf den Modus „Vorfahrt für die Seele“ schalten. Nicht so einfach? „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, sagt uns die alte Volksweisheit. Ein paar Beispiele gefällig? Einen Ort suchen, der früher mal hektisch war und heute beschaulich ist, eine stillgelegte Eisenbahnstrecke, Kiesgrube oder wie zwischen Nürnberg und Neumarkt, der alte Ludwig-Donau-Main-Kanal, aber auch eine Lichtung im Wald, ein Kaminfeuer oder die ersten Fußstapfen im Neuschnee wirken entschleunigend.  Alles das sind Gefühlswelten zum Innehalten und Tagträumen. Ob bekennender Christ oder etwas weniger, eine fast leere Kirche ist ein wunderbarer Ort der inneren Einkehr. Der Genuss muss auch nicht zu kurz kommen. Wir waren im Piemont zur Trüffelzeit und haben das Restaurant „Boccondivino“, den Weinkrug, in Bra nahe der Trüffelmetropole Alba besucht. Ein schlichtes Lokal in der historischen Altstadt, geführt vom Slowfoodgründer und „Spinner“ Carlo Petrini. Sein Credo: Gut, sauber, gerecht. Bei ihm isst man regionale Spitzenprodukte zu vernünftigen Preisen, genießt dazu lokale Weine und alles unter der Bedingung, keine Hektik zu verbreiten. Seine Slowfoodbewegung hat inzwischen 40.000 Mitglieder weltweit und pflegt die traditionelle, lokal verwurzelte Ess- und Trinkkultur. Schnickschnack und Effekthascherei bleibt außen vor. Sein Thema ist inzwischen durch einen Lehrstuhl an der Uni Pollenzo repräsentiert, er selbst ist Träger des Eckart-Witzigmann-Preises der Deutschen Universität für Kulinarik.

Haben wir Sie schon ein bischen entschleunigt? Dann zur nächsten Stufe, dem Wert der Freundschaft. Auch bei diesem Thema sei erst mal Besinnlichkeit gefragt, verbunden mit einer Analyse unserer Freundschaften. Freundschaft und Vertrauen muss man erwerben und kann man nicht kaufen (auch wenn mancher das schon versucht haben soll). Am besten, wir schauen mal bei den Philosophen und Denkern nach, um Anregungen zu erhalten. Albert Schweizer meinte „Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben, wie wir sind“. Cicero schrieb „Ein Freund ist gleichsam ein anderes Ich“ und Elisabeth Schuler „Deine Freunde sind der Spiegel deiner Persönlichkeit. Durch sie offenbarst du, wer du bist“. Goethe meinte „Mit einem kritischen Freund an der Seite, kommt man immer schneller vom Fleck“ und bei Ben Sira steht geschrieben „Ein treuer Freund ist eine starke Schutzwehr; wer ihn fand, hat einen Schatz gefunden“. Dann lassen wir mal Revue passieren, wen wir als Freund haben und wen wir gerne hätten.

Wow, 10 Minuten ohne Handy und PC ausgehalten? Dann nichts wie raus aus dem Druck und das Entschleunigen genießen.

 -gm

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