Die Alten von der Muppetshow

MuppetshowÜber die Parallelen zwischen der Muppetshow und der Tagespolitik wollen wir schon lange schreiben. Während der Arbeiten an diesem Text erschien „DER SPIEGEL“ am Montag und veröffentlichte unter der Überschrift „Der Weisheit letzter Stuss“ einen Artikel fast zum gleichen Thema. Was tun, in die Tonne damit oder weiter schreiben? Weiter, sagten wir, denn uns geht es nicht in erster Linie um Helmut Schmidt, den der Spiegel erstmals seit langem kritisch betrachtet, sondern um die Rolle der abgedankten Politikgarde insgesamt. Man nennt sie „Elder Statesmen“ und mit diesem Begriff verbindet man eigentlich die weise Zurückhaltung und die Milde des Alters bei Politomas und -opas, Entschuldigung! Ob die „Hallo-ich-habe-die-Weisheit-gepachtet“ Garde nur in Deutschland penetrant rechthaberisch auftritt oder ob das ein weltweites Phänomen ist, entzieht sich unserer Beobachtung. Wir behaupten mal, es wäre eine typisch deutsche Erscheinung. Beispiele gefällig? Heiner Geißler gefällt sich immer noch in der Rolle des „wahren Sozialisten“  und Liberalenfressers der CDU. Jede Antwort in einer Talkshow ist vorausberechenbar, Neues kommt schon lange nicht mehr von ihm. Wir haben verabredet, sofort auszuschalten, wenn er nochmal irgendwo dabei ist. Liebe TV-Verantwortliche, Leute mit Zukunft sind doch viel interessanter als die rechthaberischen Laberer von gestern. Joschka Fischer hat die GRÜNEN wegen des schlechten Wahlergebnisses bei der letzten Bundestagswahl kritisiert, aber seines lag damals gerade 0,2 % darüber, also weg damit. Hildegard Hamm-Brücher, so eine Person nennen die Medien dann FDP-Ikone, die hochgeistig moralisierend Noten verteilt, bringt auch nichts Neues. Hans-Dietrich Genscher, mimt immer wieder den Übervater der FDP, hat jede (hinterher falsche) Personalentscheidung als seine tolle Empfehlung verkündet. Jetzt sollte jeder, den er vorschlägt, schnell davon laufen. Helmut Schmidt, den die Deutschen wegen seiner anerkannt schlagfertigen Art sogar die Rolle des permanenter Schwelbrands verzeihen, ist zugegebenermaßen immer noch unterhaltsam. Er wollte mal  nach der von ihm forcierten und missglückten Kandidatur Peer Steinbrücks nichts mehr sagen, glaubt ihm aber keiner. Gerade bei ihm, der außer der Bekämpfung der Hamburger Sturmflut keine geschichtlichen Erfolge hatte, fehlt die Qualifikation zum geistigen Oberhaupt der „Alten Besserwisser“. Das Thema Helmut Schmidt haben wir in Reitender Bote Nr. 2, siehe Archiv, auf der Homepage, ausführlich abgehandelt. Und was ist die Moral unserer Geschichte? Politiker, die nicht mehr aktiv sind, haben einen großen Erfahrungsschatz, aber teils ein verklärtes Bild ihres eigenen Wirkens. Schön, wenn sie den Aktiven von heute unter 4 Augen Ratschläge geben können, aber vornehme Zurückhaltung würde dem Ansehen stärker dienen. Kohl und Schröder können das doch auch. So, liebe Leser, das musste einfach mal sein!

-gm

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