Mehr Geld für Bildung, yeah!

RapperSo könnte der Song eines Rappers lauten und in Gedanken sind wir schon dabei, diesen Song zu intonieren „Geld raus, ihr Spackos!“ lautet der Refrain und die Leute glauben das. Es ist eine Tatsache, dass es einige Länder gibt, die mehr Geld pro Kopf für Bildung ausgeben, allen voran Finnland. Richtig ist aber auch, dass man dort vorher ein effektives Bildungssystem geschaffen, entbürokratisiert und dann klug investiert hat. Daraus entstanden dann die guten Resultate beim Pisa-Test. Aber liegt es in Deutschland wirklich am Geld? Letztes Jahr wurde die Rekordsumme von 110 Milliarden Euro in Bildung und Forschung investiert. Aber, deutsches Bildungsrecht ist Ländersache und daraus entwickelte sich die Schizophrenie, dass wir uns 16 verschiedene Bildungssysteme leisten. Jedes Landes-Kultusministerium verwaltet seinen eigenen Bildungsetat mit eigenen Lehrplänen, eigenen Universitätsrichtlinien, eigener Bildungsbürokratie usw. Nachdem die Länder aber nicht um Schüler und Studenten miteinander konkurrieren, ist das verbranntes Geld. Wenn es der Politik denn so ernst wäre mit guter Bildung, müsste man als erstes die Länderkompetenz auflösen. Die darunter angesiedelten Schulverwaltungen sind sowieso kommunal und wären davon nicht betroffen. Abgeben will aber keiner, denn Bildung ist ein lukrativer Besitzstand der Länder. Der Nutzen ist gleich Null. Im Gegenteil, nach jeder Wahl wird vom den Kultusministern mit neuen, ganz tollen Ideen auf dem Rücken der Schüler und Eltern experimentiert, siehe weiter unten auf unserer Homepage die kurze Story „Wer kennt noch die Mengenlehre?“.
Dass Geld alleine nichts nichts bewirkt, zeigt der innerdeutsche Vergleich. 2009 haben Bayern und Baden-Württemberg als Pisa-Sieger 6.100 bis 6.400 EURO pro Schüler in die Bildung gesteckt, die Länder mit den schlechtesten Ergebnissen bis zu 7.300 EURO. Es kommt also nicht darauf an, wie viel Geld man ausgibt, sondern was es bewirkt. Also, erst mal den Wildwuchs der 16 Bildungssysteme beenden und das Geld beim Bund zusammen fassen. Dies ergäbe zunächst einmal einen gestrafften Etat bei gebündelter Kompetenz. Wenn diese Operation abgeschlossen ist, kann man qualitativ und gezielt das Budget erhöhen. Wilhelm Liebknecht (Publizist, Pädagoge und SPD-Mitglied) sagte 1872 „Wissen ist Macht – Macht ist Wissen“. Solange Bildung dem Machterhalt der jeweiligen Bildungsclique in den Ländern dient, wird nichts besser. Warum lernen unsere Kinder, wie die Hauptstadt der Äußeren Mongolei heißt, aber nicht, was ein Effektivzins ist, welche Versicherungen man abschließen sollte, was ein Sparplan bedeutet und eine Privatinsolvenz? Die Bildungspolitiker verschanzen sich mit ihrer Bildungsbürokratie hinter den Mauern der Ländergrenzen, die damit verbundene gesunkene Wettbewerbsfähigkeit unserer Jugend ist offenbar zweitrangig, Hauptsache, nach mehr Geld schreien. 1968 stand an der Frankfurter Goethe-Universität von einem Sprayer der Satz „Wissen ist Macht – nichts wissen macht auch nichts“. So gesehen, kann man natürlich auch wie bisher weiter wursteln und immer mehr Geld fordern.

-gm

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