Die linke Meinungsschickeria

Wer hält das noch aus?

Sie glänzen in Interviews und in Talkshows und hacken genüsslich auf die so genannten Reichen ein. Wenn die gerade nicht greifbar sind, dann ist es der politische Liberalismus, denn nach dem, was sie gerne von sich geben, darf der Mensch nicht ein Maximum an Entscheidungsfreiheit und Lebensraum haben, sondern sollte von klugen Funktionären gelenkt, beaufsichtigt und finanziell ausgequetscht werden. Da suche ich mir mal stellvertretend für die linke Medien-Schickeria die Namen Oskar Lafontaine, Günter Grass, Herbert Grönemeyer und Jakob Augstein aus. Alle vier haben gemeinsam, dass sie eng einen sehr angenehmen Lebensstil pflegen, ein Millionenkonto behüten (Glückwunsch) und öffentlich nach dem Motto auftreten „Seht mal her, ich bin ganz anders als Ihr denkt“.

Nehmen wir mal Oskar Lafontaine. Er genießt eine üppige Rente, die sich aus einer Verrechnung von Pensionsansprüchen seiner Tätigkeit als Saarbrückener Oberbürgermeister, Bundesminister, Bundestagsmitglied und saarländischer Fraktionsvorsitzender zusammensetzt. Hinzu kommen die Tantiemen aus seiner Tätigkeit als Buchautor „Mein Herz schlägt links“ und anderer Publikationen, dazu die Rednertätigkeit. Was dies bringen kann, wissen wir seit Steinbrücks Offenbarungen. Sei ihm alles gegönnt. In seiner Zeit als Landesfürst hielt er sich einen Sternekoch, sozusagen als Leibkoch. Auch das sage ich ohne Neid, sondern beschreibe damit eher den Genussmenschen Lafontaine, nochmal gegönnt. In seiner Laufbahn hat er allerdings Millionen Menschen enttäuscht. Wer erst im Wahlkampf zusammen mit Gerhard Schröder groß tönt, was er für das deutsche Volk leisten und verändern möchte, dann hinschmeißt, später die Partei verlässt, um mit linken Sektierern, auch aus dem kommunistischen Umfeld, die WASG, dann die Linksparteizu gründen, dem kann man doch nur blinden Egoismus oder rücksichtslose Ellbogenmentalität bescheinigen. An linken Sprüchen über Umverteilung, Enteignung und Höchstbesteuerung hat er es nie fehlen lassen. Vielleicht ist er auch letztendlich an dem krassen Widerspruch zwischen Millionär, Lebemann und Linkspopulist gescheitert.

Ich persönlich konnte nie nachvollziehen, warum Günter Grass ein international so hoch gelobter Schriftsteller sein soll. Das wird Grass und vielen anderen völlig egal sein, aber seine Bücher habe ich teilweise nur bis zur Hälfte gelesen. Man muss aber neidlos anerkennen, dass er als Schriftsteller Multimillionär geworden ist. Er pflegt sein Image als Pfeifen rauchender „Pullover-Opa“. Sollte Grass nochmals ein Buch veröffentlichen, so werde ich Marcel Reich-Ranicki sehr vermissen. Er hat ohne Rücksicht auf den Nobelpreisträger Bücher von Grass zerrissen. Dass Grass glühender Anhänger Willi Brandts und in seinem Wahlkampfunterstützer-Team aktiv war, ging noch völlig glaubwürdig als Fan eines charismatischen Politikers durch. Wann immer sich der wirtschafts- und finanzpolitisch völlig ahnungslose Grass zu Themen aus diesen Bereichen geäußert hat, gute Nacht liebes Deutschland!

Über Herbert Grönemeyers Gesangskünste kann man, da es eine Geschmacksfrage ist, unterschiedlicher Meinung sein. Aber die vollen Konzertsäle und die Millionenauflagen seiner Scheiben zeigen deutlich, dass er einen breiten Publikumsgeschmack trifft. Dass man damit ein Millionenvermögen machen kann, auch Super. Gott sei Dank sieht man ihn nicht mehr in Talkrunden, ich habe das einmal erlebt und das war genug an selbstgefälliger Inkompetenz. Abgestoßen hat mich aber sein Auftritt während des G8-Gipfels in Heiligendamm, wo er auf der Bühne als Hassprediger gegen die Globalisierung und was ihm sonst noch alles nicht passte, aufgetreten ist. Zornige Worte, das Aufstampfen eines pseudowütenden Anwalts der Globalisierungsopfer, peinlich, peinlich, peinlich. Aber das Publikum hat es ihm mit Jubelstürmen gedankt. Dass er konsequenterweise sein Vermögen den Globalisierungsopfern oder effektiv arbeitenden Organisationen wie z. B. „Ärzte ohne Grenzen“ gestiftet hätte, ist bis heute nicht bekannt.

Dann sind wir endlich bei Jakob Augstein, dem smarten Spross des SPIEGEL-Gründers. Er arbeitet als Mini-Verleger und bezieht üppige Dividenden aus seiner Beteiligung am SPIEGEL-Verlag. Die linke Frontfrau Wagenknecht würde sicher sagen „ Er erntet die Früchte des Schaffens der SPIEGEL-Mitarbeiter“. Aber sei’s drum, über jeden EURO soll er sich freuen. Gut aussehend und durchgestylt ist er ein gerngesehener Gast in Talkrunden und kokettiert gerne mit dem Thema „Ich bin reich, aber denke ganz anders Ihr glaubt“. Er führt ein fast risikofreies Leben und zitiert gerne Karl Marx oder was ihm sonst zum Thema „Geld raus!“ einfällt. Eine gespaltene Persönlichkeit also:

Ja, man muss zugeben, dass diese Leute für die Deutschen interessant sind. Sie bringen einen gewissen Überraschungseffekt mit vor die Mikrofone der Republik, sind in ihrem Widerspruch auch irgendwo amüsant, aber offen gesagt: Ich finde sie abstoßend. Gleichheit und Brüderlichkeit zu predigen und dabei ein Champagnerleben zu führen, nein Danke.

– Günter Morsbach

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