Germany’s Next Top Knacki

Türkische Enthüllungsjournalisten greifen ein!

IMG_0692Schauprozesse sind in totalitären Staaten ein Mittel, um die eigene Bevölkerung abzuschrecken. Der ausgewählte Täter wird im Licht der Öffentlichkeit zur Rede gestellt, befragt und nach Vorgaben der herrschenden Clique abgeurteilt. So zuletzt z. B. in Russland mit dem Prozess gegen die Punkband Pussy-Riot. Alle sollten sehen, was passiert, wenn man gegen den Herrscher aufsteht.

Aber jetzt gibt es einen neuen Trend. Es entwickelt sich eine demokratische Variante des Schauprozesses, die multimediale Prozess-Show! In dem so genannten NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe und die Mitangeklagten haben zum ersten Mal die Medien beansprucht, die Regie zu führen. Die türkischen Zeitungen, die es im ersten Anlauf verpasst hatten, sich einen Platz zu sichern, erhoben medienwirksam und lautstark den Anspruch, zu ihren Gunsten die gültigen Spielregeln des Verfahrens zu ändern. Der Bundesgerichtshof gab den Beschwerden Recht und setzte neue Maßstäbe für die Beteiligung ausländischer Medien an Justizverfahren. Im zweiten Anlauf waren dann wenigstens die türkischen Medien zufrieden. Man hatte ja nur privilegierte, fest reservierte Plätze in den Zuschauerrängen gefordert, nicht den Einsatz türkischer Richter oder die Aburteilung nach der Scharia. Kann ja aber alles noch kommen. Und ist eigentlich bei aller political correctness die Frage gestattet, warum türkische Medien sich nie um einen permanenten Sitzplatz bei Prozessen reißen, wenn  türkischstämmige Jugendliche Menschen auf Plätzen oder in U-Banhöfen tot geprügelt haben?

Nach dem ersten Prozesstag wurde dann im Deutschen Fernsehen berichtet, dass Frau Zschäpe das wenige Geld, das sie während der Haft bekäme, in die Betreuung durch Friseure investieren würde und sie stellte ihre nicht unansehnliche Haarpracht zur Schau. Über das Essen in der Haftanstalt hat sie sich in einem Brief beklagt und dieses als „Fraß“ bezeichnet. Ob das in den türkischen Medien detailliert berichtet wurde, ist dem Schreiber dieser Zeilen unbekannt.

Aber wie wäre es mit einer Talkshow „Germany’s next Top Knacki“? Heidi Klum und Dieter Bohlen könnten das perfekt moderieren.

– gm

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