Zerstört Nikotin das Langzeitgedächtnis?

IMG_0694Altkanzler Helmut Schmidt (94) kritisierte die Bundeskanzlerin wegen ihrer EURO-Rettungspolitik. Bei allem Respekt vor der Persönlichkeit Helmut Schmidts, seinen Würde-Bonus sollte er nicht überstrapazieren. Dies gilt ganz besonders dann, wenn das qualmende SPD-Urgestein sich zur Wirtschafts- und Finanzpolitik zu Wort meldet. Sein Credo als Bundeskanzler war damals „Lieber 10% Inflation als 10% Arbeitslosigkeit“. Der Mann, der sich später zum Welt-Ökonomen ernannte, hat mit seiner Finanz- und Wirtschaftspolitik dann die Sensation geschafft, über 10% Inflation und 10% Arbeitslosigkeit zu erreichen. Schmidts Regierungsjahre waren für den Wohlstand Deutschlands schlechte Jahre. Aus dieser schwachen Leistung resultiert keine Kompetenz, in die heutige Finanzpolitik als Oberlehrer einzugreifen.

Besonders genau hinsehen muss man bei seinem Vorschlag, den deutschen Zahlungsbilanz-Überschuss abzubauen. Er meint, man könne dies durch überproportionale Steigerungen bei den deutschen Löhnen und Gehältern erreichen. In der Praxis hieße das dann, dass deutsche Firmen auf dem Weltmarkt ihre Preise erhöhen müssten und Wettbewerber aus anderen Ländern für ihre Wirtschaft dann automatisch mehr Aufträge erhalten würden. Bei diesem aus der Planwirtschaft stammenden Denken kann er sich gut mit dem erfolglosen französischen Präsidenten Hollande zusammentun, der natürlich gerne von deutschen Schwächen, ohne selbst grundlegende Reformen zu machen, profitieren würde. Der Wettbewerb auf dem Weltmarkt lässt sich aber nur über die besten Produkte, die günstigste Herstellung und das intelligenteste know how gewinnen, nicht durch die künstliche Schwächung eines Wettbewerbers. Vor der Agenda 2010 war Deutschland der „kranke Mann“ Europas. Mit Sozialversicherungsreformen, Lohnzurückhaltung und Steuersenkungen hat die Regierung Schröder der deutschen Wirtschaft wieder zu neuer Stärke verholfen.

Lieber Herr Schmidt, Sie werden zu Recht als ein profilierter Spitzenpolitiker der Nachkriegszeit bezeichnet, man hört Sie gerne in Talkshows reden und jeder bewundert trotz der Qualmwolken Ihren Geist und die Schlagfertigkeit. Wenn ich Ihnen einen guten Rat geben darf, meiden Sie aber besser Wirtschafts- und Finanzthemen, das erhält den Respekt vor Ihrer Persönlichkeit.

-gm

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